Sommer

Wie Hohenlimburger die Hitze-Welle erleben

Das Freibad Henkhausen in Hohenlimburg - bei den aktuellen Temperaturen von mehr als 30 Grad eine beliebte Anlaufstelle in Hohenlimburg.

Das Freibad Henkhausen in Hohenlimburg - bei den aktuellen Temperaturen von mehr als 30 Grad eine beliebte Anlaufstelle in Hohenlimburg.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Hohenlimburg in der Hitzewelle: Welche Schulen zurzeit hitzefrei geben und wo es im Seniorenzentrum kostenlose Cocktails für Mitarbeiter gibt.

Das Hoch „Ulla“ bringt Hohenlimburg ordentlich ins Schwitzen. Weit mehr als 30 Grad zeigt das Thermometer in diesen Tagen an. Wie reagieren die Hohenlimburger auf die Hitze-Welle im Alltag?

Die Schulen

Wer in diesen Tagen die Schulräume in Hohenlimburg besucht, trifft schon am frühen Nachmittag kaum noch auf Schüler. „Hitzefrei“ ist das Stichwort. Und mehrere Schulen geben diesem alljährlichen Sommernachtstraum der Schülerschaft nach – zumindest für diese Woche. „Unsere Schüler haben seit Montag bis einschließlich zum heutigen Mittwoch hitzefrei“, sagt etwa Annette Brenscheidt, kommissarische Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Berchum/Garenfeld. „Ab Donnerstag sehen wir weiter, wie sich das Wetter entwickelt.“

Auch der Unterricht im Grundschulverbund im Kley endet heute schon nach der vierten Stunde, die Heideschule macht bis Ende der Woche verkürzten Unterricht bis 11.30 Uhr. Anders der Umgang an den weiterführenden Schulen, speziell mit Blick auf den engen Lehrplan. „Wir sind im Endspurt zu den Zeugnissen. Bestimmte Inhalte müssen abgeschlossen werden“, sagt etwa Britta Auerbach, Leiterin des Gymnasiums Hohenlimburg. „Wir kompensieren die Wetterlage mit kürzeren Unterrichtsstunden.“ An der Realschule endet der Unterricht heute um 10.30 Uhr, Donnerstag und Freitag wird spontan entschieden.

Kreativ im Umgang zeigt sich die Wilhelm-Busch-Förderschule. Hier wird der Sportunterricht bis Donnerstag kurzerhand zum Schwimmunterricht – und in das Freibad Henkhausen verlegt.

Die Arbeit

Viel Betrieb herrscht in Henkhausen schon seit Dienstag, wie René Hemmer berichtet. „Man merkt, dass viele Schüler Hitzefrei bekommen haben“, so der Fachangestellte für Bäderbetrieb. Er überwacht das Becken im Freibad in der zweiten Saison. „Dienstag war einer der Tage, wo am meisten Besucher kamen – das hat den Andrang gegenüber den Sommertagen im letzten Jahr fast schon getoppt.“ Zum Erfrischen ins Freibad, das will auch Leoni Gehrmann. Die Auszubildende ist auf dem Weg ins Bad, „ein bisschen sonnen und abkühlen“, wie sie sagt. „Ich habe keine Lust, dafür extra nach Hagen zu fahren. Das ist mir zu weit“, so die Hohenlimburgerin.

Kurz abkühlen und erfrischen – das können seit Anfang der Woche auch die Mitarbeiter im Seniorenhaus Wohlbehagen am Schlossberg. Hier hat Pflegedienstleiterin Nadine Asmacher einen „Refresh-Raum“ eingerichtet, samt Planschbecken, Obst und kühlen Getränken. „Wir haben nicht die Möglichkeit, Hitzefrei zu geben“, sagt Asmacher mit Blick auf die 24-Stunden-Betreuung in der Pflegeeinrichtung. „Aber wir können die Bedingungen für unsere Mitarbeiter anpassen – und das war uns wichtig.“ Das Angebot kommt an, wie Mitarbeiterin Sabrina Möske bestätigt. „Ich finde die Idee klasse.“ Besonders der Blaubeer-Himbeer-Sekt sei spitze – „aber alkoholfrei, versteht sich.“

Die Industrie

Heiß wird es naturgemäß auch in den Produktionsstätten der ansässigen Industrie. Verhindern lasse sich das nur schwer, sagt etwa Christian Pürschel, Pressesprecher der Kaltwalz-Firma Bilstein. „Wir haben aber wenig Glühprozesse und das Material wird kalt angeliefert.“ Zudem seien etwa Steuerstände und Büros klimatisiert – und es gebe freies Trinkwasser.

Gleiches gilt für die Mitarbeiter der Firma Wälzholz, wie Marketing-Leiterin Ute Neuhaus erklärt. „Wir haben in allen Produktionsbereichen Wasserspender. Zwar gebe es diese nicht erst seit der Hitze-Welle. „Aber die Wasserspender werden in diesen Tagen natürlich besonders genutzt.“

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