Plakat

Senior empört über Werbeplakat der Hagener Müllabfuhr

Umstrittenes Motiv auf einem Sperrmüllfahrzeug in Hagen: Ein Bürger kritisiert, dass der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) hier Lacher auf Kosten von Senioren produziere. 

Umstrittenes Motiv auf einem Sperrmüllfahrzeug in Hagen: Ein Bürger kritisiert, dass der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) hier Lacher auf Kosten von Senioren produziere. 

Foto: Joachim Meyer

Hagen.   Augenzwinkernde Werbung oder altersdiskriminierend? Der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) wird wegen eines Werbeplakates kritisiert.

Geht das zu weit? Auf einem Sperrmüllfahrzeug des Hagener Entsorgungsbetriebs (HEB) ist auf einer großen Werbetafel ein alter Mann mit Stock zu sehen, der auf dem Sofa sitzt. Daneben der Spruch: „Platz für Neues! Wir holen Ihr Altes ab für 25 Euro.“

In den Augen von Jacqueline Jagusch, beim HEB zuständig für die Werbung, ein gutes Motiv, weil es für Aufmerksamkeit sorgt: „Wir wollten augenzwinkernd auf unser Angebot hinweisen.“ Für Joachim Meyer aus Helfe hingegen eine fragwürdige Werbung, da man das Bild auch durchaus so interpretieren könne, dass der alte Opa entsorgt werden solle: „Hat eine städtische Tochtergesellschaft so etwas wirklich nötig?“, fragt er im WP-Gespräch.

Sperrmüllfahrzeug schon länger unterwegs

„Ich bin keiner, der zum Lachen in den Keller geht, doch hier wird für mich versucht, einen Lacher auf Kosten einer Altersgruppe zu erzeugen.“ Meyer selbst ist mit 65 Jahren ein noch junger Senior, doch sein Wohnumfeld lässt ihn die Werbung kritisch sehen: „Ich erlebe hier in Helfe, dass es viele Menschen um die 80 Jahre gibt, die einsam und sehr sensibel sind. Wenn dann ein Auto mit so einem Motiv vor dem Seniorenheim her fährt, ist das nicht gut.“

Für Jacqueline Jagusch vom HEB eine neue Erfahrung: Denn das Plakat ist nicht neu. Schon seit etwa drei Jahren fährt es mit dem Sperrmüllfahrzeug durch das Stadtgebiet. „Bislang gab es noch keine Beschwerden“, so Jagusch. „Aber es tut mir natürlich leid, wenn sich jemand durch das Motiv verletzt fühlt. Das war nicht unsere Absicht.“

Bei Stadtsauberkeitskampagne wenig Reaktionen

An anderer Stelle hätte sich Jacqueline Jagusch dagegen mehr Aufmerksamkeit und auch Widerspruch gewünscht. Mit durchaus provokativen Thesen und unschönen Bildern auf Plakatwänden wollte der HEB in einer Stadtsauberkeitskampagne die Bürger für das Thema sensibilisieren. „Zu dem Bild mit dem Hundekot gab es einige Reaktionen“, sagt Jacqueline Jagusch. „Insgesamt ist die Kampagne aber zu geräuschlos verlaufen.“

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