Fördergeld

Warum das Theater Hagen kein Fördergeld erhält

Das Theater in Hagen erhält kein Fördergeld.

Das Theater in Hagen erhält kein Fördergeld.

Foto: Morris Willner

Hagen.   13 NRW-Bühnen werden vom Land NRW großzügig gefördert, damit sie ihr Profil schärfen können. Das Theater Hagen ist nicht dabei

NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen weiß, dass es auch an ihr liegt, ob die weltweit einmalige Theaterlandschaft in Nordrhein-Westfalen eine Zukunft hat. Obwohl sich das Land mit all dieser Kultur gerne schmückt, liegt NRW im Bundesvergleich weit zurück, was den Anteil der Landesmittel an der Theaterfinanzierung betrifft. Die Ministerin will gegensteuern - und gleichzeitig die Bühnen anregen, ihr Profil zu schärfen.

Für das Profilbildungsprogramm „Neue Wege“ gibt es von 2019 bis 2022 insgesamt 25 Millionen Euro extra aus Düsseldorf. Gestern gab Pfeiffer-Poensgen die 13 Bühnen bekannt, die in der ersten Förderrunde mit insgesamt 9,2 Millionen Euro für in der Regel drei Jahre unterstützt werden. Eine Jury hat die eingereichten Ideen gesichtet und ausgewählt.

Das Theater Bielefeld kann nun gleich drei Projekte realisieren, die sich auf fast zwei Millionen Euro addieren. Das Theater Hagen geht vollständig leer aus, wie unsere Zeitung bereits berichtete.

Der zweite Versuch

„Wir möchten mit dem Intendanten Francis Hüsers noch reden, wie das zustande gekommen sein kann. Ob es an den Projekten liegt, die beantragt worden sind?“, reagiert Dr. Peter Born als Vorsitzender des Theaterfördervereins irritiert auf die Nachricht aus Düsseldorf. „Wir kämpfen um jeden Euro und lassen solche Geschenke vorbeiziehen?“

Intendant Francis Hüsers ahnt inzwischen, was schief gelaufen sein könnte. „Warum unsere Anträge zunächst abgelehnt wurden, ist nicht begründet worden. Nach allen bereits geführten Gesprächen vermute ich schlicht, dass unser Gesamt-Antrags-Paket unter dem Titel „Arbeit an der Form“, das sich aus drei großen Einzelanträgen mit je dreijähriger Laufzeit zusammensetzte, als zu komplex und zu ambitioniert angesehen wurde“, sagte Hüsers gestern. „Wir arbeiten daher daran, einzelne der im ursprünglichen Großantrag beschriebenen Projekte nun in ‚kleinere‘ Einzelanträge umzusetzen, wie uns dies als ‚neuer Weg‘ zur Beantragung auch nahe gelegt worden ist. Insofern bin ich guter Hoffnung, dass im Endeffekt auch das Theater Hagen noch von der ,Profilförderung’ der Landesregierung profitieren können wird.“ Das wäre frühestens 2020 möglich, wenn die Förderung neu aufgelegt wird.

Untersucht man die bewilligten Anträge, so fällt auf, dass mehrere Bühnen explizite Ideen entwickeln, wie man das Theater in die Stadtgesellschaft öffnen kann. „Künstlerische Exzellenz braucht Entwicklungsräume. Ich freue mich, dass die Häuser mit der Profilförderung des Landes nun ,Neue Wege’ beschreiten können“, so Ministerin Pfeiffer-Poensgen gestern.

Intendanten sind zufrieden

Auch die NRW-Intendantenkonferenz ist zufrieden. „Die Theater und Orchester im Land verfügen dank der im vergangenen Jahr eingeführten allgemeinen Basisförderung bereits über mehr wirtschaftliche Stabilität. Mit den zweckgebundenen Fördergeldern ist es nun möglich, mittels langfristiger Projekte einen Fokus auf einen ganz speziellen Aspekt zu setzen und damit das eigenständige Profil des Hauses noch mehr zu schärfen“, lobt Michael Schmitz-Aufterbeck, Intendant in Aachen und Sprecher der NRW-Intendanten.

Die Basisförderung des Landes für kommunale Theater und Orchester ist 2018 um sechs Millionen Euro erhöht worden und wird 2019 bis 2022 nochmals um jeweils 3,5 Millionen Euro aufgestockt.

www.theaterhagen.de

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