Klimawandel

Vorstoß für öffentliche Trinkwasserstellen in Hagen

Wie hier in Berlin gibt es in anderen Städten schon öffentliche Trinkwasserstellen, die jetzt auch für Hagen diskutiert werden.

Wie hier in Berlin gibt es in anderen Städten schon öffentliche Trinkwasserstellen, die jetzt auch für Hagen diskutiert werden.

Foto: Michael Hanschke / dpa

Hagen.  Der fortschreitende Klimawandel macht es in den Augen der Politik notwendig: In Hagen sollen sich öffentliche Trinkwasserstellen etablieren.

Gluthitze, Trockenheit, Rekordtemperaturen – die Klimaveränderungen haben sich in den vergangenen Jahren auch in Hagen bemerkbar gemacht. Aus diesem Grund hat Günter Mosch (SPD), Mitglied in der Bezirksvertretung Nord, die Installation einer frei zugänglichen Trinkwasserstelle an einem zentralen Ort im Hagener Norden vorgeschlagen. „An heißen Tagen ist es vor allem für Senioren wichtig, ausreichend Wasser zu sich zu nehmen“, so Mosch: „An einem öffentlichen Trinkwasserspender könnten sie ihren Durst löschen oder sich abkühlen.“

Vorbilder in anderen Städten

Mosch steht mit seiner Idee keineswegs allein da. In der Bezirksvertretung Eilpe hat sein Parteifreund Eckhard Jobst einen ähnlich lautenden Vorschlag eingebracht. Und andere Städte haben auf die Hitzewellen der vergangenen Jahren längst reagiert und entsprechende Einrichtungen geschaffen.

In Hamburg zum Beispiel gibt es fünf Trinkwassersäulen, die jeweils über eine automatische Spülvorrichtung verfügen und auch bei geringer Nutzung und Temperaturen über 30 Grad immer für erfrischend kühles und vor allem qualitativ einwandfreies Trinkwasser aus dem Hahn sorgen. Auch in Bremen wurden in diesem Jahr mehrere Wasserzapfstellen, aus denen es per Knopfdruck sprudelt, in Betrieb genommen. „Und in südlichen Ländern sind Trinkwasserbrunnen ja noch viel weiter verbreitet“, sagt Mosch.

Rekordhitze in diesem Jahr

Und in den vergangenen Jahren herrschten bekanntlich auch hierzulande „südliche“ Temperaturen. In Hagen wurde am 25. Juli dieses Jahres erstmals die 40-Grad-Marke überschritten, die Zunahme der heißen Tagen hat sich seit den 50er-Jahren verdoppelt, wie der Hagener Wetterexperte Bastian Rissling feststellt: „Des Weiteren ist eine Zunahme von Hitzewellen erkennbar. 2018 war der zweittrockenste Sommer in Hagen, 2019 folgte gleich dahinter.“

Vor diesem Hintergrund hält Günter Mosch von der öffentlichen Hand betriebene Trinkwasserstellen für einen sinnvollen Service. Beim heimischen Wasserversorger Mark-E, der die Hasper Talsperre und das Wasserwerk Hengstey betreibt, stößt der Vorstoß von Mosch auf Sympathie. „Wir halten es grundsätzlich für eine gute Idee, Trinkwasser öffentlich zugänglich zu machen“, sagte Unternehmenssprecher Andreas Köster.

Kurze Wege des Wassers

Schließlich sei Wasser das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland, auch in Hagen könne man eine hohe Qualität garantieren: „Warum also sollten wir es im Sommer nicht öffentlich anbieten?“ Wenn man den Umwelt- und Klimaschutz weiterdenke, dann sei ja gerade das Hagener Wasser angesichts der besonders kurzen Wege, auf denen es geliefert werden könne, eine ideale Wahl: „Wir haben eine gute Kohlendioxid-Bilanz – anders als die Mineralwassersorten, die vor dem Verkauf hunderte von Kilometern durch die Gegend gefahren werden.“

Bevor eine öffentliche Trinkwasserstelle in Hagen realisiert werde, müssten natürlich die Rahmenbedingungen, etwa die hygienischen Voraussetzungen, geklärt werden. Aber die seien sicherlich kein Hindernis, so Köster: „Wir warten jetzt ab, bis das Ansinnen offiziell an uns herangetragen wird.“

Vielleicht können die Hagener ja schon im nächsten Hitzesommer ihre Trinkgefäße an einem öffentlichen Brunnen auffüllen. . .

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