Reinhold Schmitt GmbH

Vom Wohnzimmer in Hohenlimburg zum Global Player

Geschäftsführer und Mitarbeiter der Reinhold Schmidt GmbH blicken im Jubiläumsjahr optimistisch in die Zukunft. Hinten von links: Lehel Kelemen, Rainer Schmitt, Roland Becker; vorne: Giovanna Isopp, Beate Wieck-Becker und Holger Suberg.

Geschäftsführer und Mitarbeiter der Reinhold Schmidt GmbH blicken im Jubiläumsjahr optimistisch in die Zukunft. Hinten von links: Lehel Kelemen, Rainer Schmitt, Roland Becker; vorne: Giovanna Isopp, Beate Wieck-Becker und Holger Suberg.

Foto: Volker Bremshey

Hohenlimburg.  Auf das 50-jährige Firmenjubiläum kann die Reinhold Schmitt GmbH zurückblicken. Es ist eine außergewöhnliche Unternehmensgeschichte.

Wer keine Vision hat, vermag weder große Hoffnungen zu erfüllen, noch große Vorhaben zu verwirklichen.“ Das hat der amerikanische Historiker Thomas Woodrow Wilson, 28. Präsident der Vereinigten Staaten, einmal behauptet. Dass dieser kluge Mann Recht hat, werden aktuell die Mitarbeiter der Reinhold Schmitt GmbH von der Obernahmerstraße 74 unterstreichen. Denn das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Wäre Firmengründer Reinhold Schmitt vor fünf Jahrzehnten nicht ein Visionär und von seiner Idee überzeugt gewesen, könnten sein Neffe Rainer Schmitt, mehr als 20 Jahre Geschäftsführer des Unternehmens, und der heutige geschäftsführende Gesellschafter Roland Becker nicht auf dieses besondere Jubiläum mit ihren Mitarbeitern anstoßen.

Es begann im Jahr 1969

Denn Reinhold Schmitt, langjähriger und somit erfahrener Angestellter des Hohenlimburger Werkvereins, fasste im Jahr 1969 mit 42 Jahren den Entschluss, sein Wohnzimmer zu einem Büro umzufunktionieren und mit Maschinen zu handeln.

Es war jene Zeit zum Ende des deutschen Wirtschaftswunders, in der u.a. die heimischen Kaltwalzunternehmen sich aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs und der positiven Entwicklung ihrer Unternehmen modernere Maschinen leisten konnten und sich deshalb zwangsläufig von den alten trennen wollten. Doch was sollte mit diesen geschehen?

Reinhold Schmitt sah in dieser Frage eine Chance. Eine große - wie sich fünfzig Jahre später her-ausstellte. Er vermittelte diese Maschinen und auch Krananlagen an Kunden, die sich keine neuen leisten wollten oder konnten. Nicht nur Maschinen, auch Einzelteile. Und das mit Erfolg. Denn nur wenige Jahre später zog das Unternehmen zur Elseyer Straße 41 um. Mit zusätzlichen Büroräumen und angemessener Lagerkapazität.

Krupp-Werk III im Jahr 1993 genutzt

Das war jedoch nur ein Zwischenschritt in der Unternehmensgeschichte. Denn im Jahr 1993 erfolgte der Sprung aus Elsey in die Obernahmer, in die ehemaligen Hallen des Krupp-Werkes III. Der Niedergang des einstigen Stahlgiganten Krupp in der Nahmer hatte somit sogar etwas Gutes für Hohenlimburg. Denn die Geschäftsführer das heimische Kaltwalzunternehmens J.P. Hüsecken suchten als zwischenzeitlicher Besitzer der Immobilie einen solventen Mieter.

Zu diesem Zeitpunkt leitete Rainer Schmitt bereits die Unternehmensgeschicke, denn sein Onkel Reinhold war im Februar 1989 überraschend verstorben.

Heute führt Roland Becker die GmbH, denn Rainer Schmitt ging aus gesundheitlichen Gründen vor einem Jahrzehnt in Pension.

Auch bedingt durch das Internet ist die Reinhold Schmitt GmbH inzwischen zu einem Global Player gereift: Repräsentationen gibt es in Süd- und Südosteuropa, in Südamerika, dem Nahen und dem Mittleren Osten und in Asien.

„Die Betriebsabläufe haben sich rasant verändert“, sagt Roland Becker, „vergingen zu Zeiten von Reinhold Schmitt von der Anfrage bis zur Angebotserstellung mit Bilddokumentationen bis zur Zustellung beim Empfänger schon mal zwei Wochen, so sind es heute nur noch Sekunden.“ Dazu gehören auch kleine Videosequenzen die von Maschinen und Anlagen gedreht und verschickt werden. Manchmal werden aktuell zur Erstellung des Filmmaterials sogar Flugdrohnen genutzt.

Kundenansprüche verändern sich

Doch es sind nicht nur die Zeiten und die Distanzen zu den Kunden, die sich verändert haben. Auch deren Wünsche. „Viele wollen das Rund-um-sorglos-Paket“, ergänzt Holger Suberg, seit dem Jahr 1989 der Reinhold Schmidt GmbH als Mitarbeiter verbunden. „Abbau der Maschine, verpacken, Lieferung mit Erledigung der Zollformalitäten und Aufbau der Maschine.“

Zwei bedeutende Faktoren sehen die beiden erfahrenen Männer an der Spitze als Grund für das Erfolgsmodell Reinhold Schmitt GmbH: das große Vertrauen der internationalen Kunden in die Maschinen Made in Germany und in Seriosität und die Flexibilität ihres Unternehmens. Das soll auch noch im kommenden Jahrzehnt so bleiben. Trotz weltweit gestiegener Konkurrenz......

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