Polizei

Vater zieht dreimal Notbremse: Zug fährt ohne Kind los

Türen zu und Abfahrt: Weil sein Kleinkind allein auf dem Bahnsteig zurückblieb, geriet ein Vater auf dem Weg nach Hagen in Panik.

Türen zu und Abfahrt: Weil sein Kleinkind allein auf dem Bahnsteig zurückblieb, geriet ein Vater auf dem Weg nach Hagen in Panik.

Foto: Archiv/Michael Kleinrensing

Hagen/Dortmund.   Ein Vater hat im Zug nach Hagen gleich dreimal die Notbremse gezogen. Sein eineinhalbjähriges Kind war auf dem Bahnsteig zurückgeblieben.

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Ein Vater hat gestern auf der Bahnstrecke zwischen Dortmund und Hagen gleich dreimal die Notbremse gezogen. Der Grund: Das erst eineinhalb Jahre alte Kind des Nigerianers war auf dem Bahnsteig am Dortmunder Hauptbahnhof zurückgeblieben, als sich die Türen schlossen und der Zug in Richtung Hagen losfuhr.

Als der Regionalexpress 4 den Bahnhof um 11.30 Uhr verließ, geriet der Mann – wie die Bahnpolizei mitteilt – „verständlicherweise in Panik“. Der Mann wollte gemeinsam mit seiner Familie – Ehefrau und drei Kinder – nach Hagen fahren. Nach Ankunft des Zuges verstaute der Vater zunächst den Kinderwagen im Abteil. Als das Kleinkind zusteigen wollte, schlossen sich die Türen. Bahnmitarbeiter, welche auf die Situation aufmerksam geworden waren, nahmen das Kind in ihre Obhut und brachten es zur Bundespolizei.

Bahnmitarbeiter kümmern sich um Kleinkind

Obwohl der Vater durch das Bahnpersonal über den Verbleib des Kindes informiert worden war, zog er auf offener Strecke gleich dreimal die Notbremse. Ob hierdurch Personen im Zug stürzten und so zu Schaden kamen, kann die Bahnpolizei nicht sagen.

In Hagen angekommen nutzte er den nächsten Zug zurück nach Dortmund, wo er wenig später das Kind in seine Arme schließen konnte. Gegenüber der Bahnpolizei erklärte der Nigerianer, der kein Deutsch spricht, dass er sich durch das Zugpersonal nicht ausreichend unterstütz gefühlt habe. Nichtsdestotrotz wurde gegen den 23-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen eingeleitet.

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