Kultur

Trotz Corona: Kurzfilmfestival in Hagen mit vielen Stars

Schauspieler Claude-Oliver Rudolph (Das Boot, James Bond) ist Stammgast beim Kurzfilmfestival „Eat my shorts“ in Hagen.

Schauspieler Claude-Oliver Rudolph (Das Boot, James Bond) ist Stammgast beim Kurzfilmfestival „Eat my shorts“ in Hagen.

Foto: Alex Talash

Hagen.  Das Hagener Kurzfilmfestival geht in diesem Jahr in der Stadthalle über die Bühne. Mit dabei ist natürlich wieder Claude-Oliver Rudolph.

Das Hagener Kurzfilmfestival „eat my shorts“ findet auch in diesem Jahr statt. Mit Zuschauern. Mit Stars und Sternchen. Mit Filmvorführungen vor Publikum und mit After-Show-Party. Trotz Corona.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Beharrlichkeit es Festivaldirektor Bernhard Steinkühler geschafft hat, den Festabend ungeachtet aller Widerstände auf die Beine zu stellen. Am Freitag, 6. November, gibt sich die Filmbranche ein Stelldichein in der Hagener Stadthalle, in die das Festival aufgrund der Pandemie verlegt wurde. „Im Kino hätten wir höchstens 130 Eintrittskarten verkaufen können, in der Stadthalle 416“, begründet Steinkühler den Umzug.

Ralf Möller sitzt in der Jury

In der Jury sitzen teils sehr bekannte Schauspieler: David Bennent („Die Blechtrommel“, „Schuld“) und Ex-Bodybuilder Ralf Möller zum Beispiel, der erst kürzlich in den USA an der Seite von Bruce Willis gedreht hat. Oder Karoline Eichhorn (Tatort“, „Mutter muss weg“), deren markantes Gesicht man schon öfter im Fernsehen gesehen hat, sowie die vielbeschäftigte Jördis Triebel („Babylon Berlin“, „Weissensee“).

Und natürlich ist auch Claude-Oliver Rudolph wieder mit von der Partie, der erst jüngst bei den Hohenlimburger Schlossspielen mitwirkte und in Hagen seit seiner gescheiterten Bewerbung um die Intendanz des Stadttheaters im Jahre 2016 Legendenstatus besitzt.

3000 bis 4000 Euro sind für jeden prominenten Gast fällig

Doch die Prominenz kommt nicht für einen feuchten Handschlag nach Hagen. 3000 bis 4000 Euro muss Steinkühler pro Jurymitglied locker machen, um seinem Festival, das sich längst etabliert hat und in Filmkreisen einen hervorragenden Ruf genießt, mit VIPs und Wichtigen auszustaffieren. Mein erstes Festival vor acht Jahren hat mich 8000 Euro gekostet, mittlerweile liege ich bei gut 80.000 Euro“, beschreibt der unermüdliche Macher den gestiegenen finanziellen Aufwand.

Von der organisatorischen Mühe gar nicht zu reden, ohne Eventmanagerin Angelique Hoffmann wäre das Festival für Steinkühler nicht mehr zu stemmen.

Das Festival ist bereits ausverkauft

Aber er hat dazugelernt. Während er im vergangenen Jahr aus 3000 eingereichten Beiträgen („Da war viel Schrott dabei“) eine Handvoll vorauswählen musste, hat er die Teilnahme diesmal mit einer Gebühr von 15 Euro verbunden. Und siehe da: Lediglich 100 Filmschaffende, darunter viele Absolventen einer deutschen Filmhochschule, haben einen Kurzfilm eingereicht. Sechs von ihnen werden der Jury am 6. November präsentiert.

Die Veranstaltung ist übrigens trotz des stolzen Preises von 74 Euro pro Karte bereits ausverkauft. „Die Menschen haben Hunger auf Kultur“, hält Steinkühler fest. Doch Mundschutz, Sicherheitsabstände und weitere Vorsichtsmaßnahmen werden auch während des Festivals nicht außer Kraft gesetzt, Steinkühler hat sein Hygienekonzept vom städtischen Gesundheitsamt absegnen lassen müssen. Immerhin: Am Eingang zur Stadthalle dürfen die Stars und Sternchen ihre Masken abnehmen und „schutzlos“ in die Kameras lächeln. Der Gang über den roten Teppich gilt als Berufsausübung.

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