Kommentar

Traurige Wirklichkeit

WP-Redakteur Jens Stubbe.

WP-Redakteur Jens Stubbe.

Foto: Michael Kleinrensing

Eine Mauer, um ein Baugebiet vor dem Lärm zuschlagender Autotüren zu schützen – WP-Redakteur Jens Stubbe findet das bizarr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Malen wir uns Folgendes aus: Sie sind Bauherr, haben sich ihren Traum vom Glück verwirklicht. Sie werden wach, blicken aus dem Fenster und starren auf eine vier Meter hohe Mauer.

Realsatire? Nein – traurige Wirklichkeit im Jahr 2021, wenn es denn dumm läuft. Auf einer Wiese zwischen Friedhof und Sportanlage, die bald ein Wohngebiet werden soll, wiehert ein unter Artenschutz gestellter Amtsschimmel schon jetzt so laut, dass nicht wenigen Breckerfeldern das Hören vergehen dürfte.

Weil eine zufallende Autotür mehr Lärm machen könnte, als es irgendeine EU-Norm vorsieht, droht einem Baugebiet jetzt eine Wand, wie sie sich Donald Trump an der Grenze zu Mexiko sehnlichst wünscht. Dabei muss man wissen: Schwarz-Weiß Breckerfeld spielt leider nicht in der Champions League. Es sind nicht tausende Fans, die wochentags nach Partien in ihre Autos steigen, sondern nur eine Handvoll Kreisligakicker.

So wie in jeder Nachbarschaft auch fällt mal eine Tür zu. Es wird auch mal ein Hund bellen. Oder gar ein Kind beim Spielen Kreischen.

Also warten wir jetzt darauf, das Eltern und Tierbesitzer eine vier Meter Hohe Lärmschutzwand um ihre Grundstück ziehen müssen. Der Tag ist nicht mehr fern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben