Tradition

Tausende Besucher erleben den Kirmeszug in Haspe

Hackebämmels Enkel waren als Schlümpfe unterwegs.

Hackebämmels Enkel waren als Schlümpfe unterwegs.

Foto: Alex Talash

Haspe.   Tausende Besucher beim Kirmeszug in Hagen-Haspe. Mittendrin und ganz am Schluss: Wie die Akteure und Zuschauer die Stunden erlebt haben.

Eine Glanzleistung der Wolkenschieber: Bei bestem Sommerwetter kann der 140. Hasper Kirmeszug am Samstag starten. Tausende Besucher schauen ihn sich an und feiern fröhlich mit den rund 80 Fußgruppen und Wagen. Rund um den Hasper Kreisel drängeln sich die Massen. Aber der Kirmeszug ist lang und er hat auch ein Ende: am Quambusch. Und dort können die Menschen sogar noch länger feiern – oder besser gesagt: sie fangen früher an.

Am Quambusch ein riesiges Nachbarschaftsfest

So wie im Vorgarten von Ralf Fingerhut am Jungfernbruch. Es ist 15 Uhr und die Spitze des Kirmeszugs hat noch nicht einmal die Kölner Straße erreicht, da ist die Stimmung schon bombig. So wie an vielen Stellen am Quambusch. Es herrscht die Atmosphäre eines riesigen Nachbarschaftsfests, man grüßt sich hier, man grüßt sich da. Und die „Twitting Blagen“ haben nebenan mit N-Joy sogar eine Live-Band verpflichtet. Die Party bei Ralf Fingerhut im Vorgarten hat da schon Tradition. „Ich glaube, das mache ich seit mehr als zehn Jahren“, sagt der gerade 51 Jahre alt gewordene Hasper. „Denn ich habe immer kurz vor der Kirmes Geburtstag. Und den feier ich dann hier mit Freunden beim Kirmeszug.“

Das Bier ist gekühlt, das Essen steht bereit. Und das Partyzelt schützt heute eher vor der Sonne, als dass es Regenschutz sein muss. „Aber das ist doch beim Hasper Kirmeszug immer so“, lacht Ralf Fingerhut. „Wir haben ja die Wolkenschieber.“ Aber dann erinnert er sich doch an Party im Vorgarten, als noch das zweite große Partyzelt als Regenschutz aufgestellt wurde. Aber auch dann bleibt der Vorgarten ein Logen-Platz für den Kirmeszug. Dabei kennt Ralf Fingerhut auch das andere Ende des Zugs sehr gut: „Ich bin am Hasper Kreisel aufgewachsen.“ Und wo ist die Stimmung besser? „Das kann man nicht sagen: Alles hat sein eigenes Flair – und ist einfach gut.“

Schwitzen im Schlumpfkostüm

Während bei Ralf Fingerhut im Garten weiter fleißig gefeiert wird, hat sich der Kirmeszug auf die Enneper Straße vorgekämpft. Hier gibt es auch schon mal stimmungsmäßig eine Durststrecke, weil es an der langen, vierspurigen Straße viel Gewerbe und wenig Wohnbebauung gibt. Aber dieses Jahr stehen bei dem tollen Wetter auch hier viele Leute. Und bei den Akteuren im Zug fließt schon der Schweiß.

So wie bei Martin Brandkamp und Brigitte Dahlbüdding von Hackebämmels Enkeln, die als Papa Schlumpf und Schlumpfine im Zug mit vielen anderen blau geschminkten Vereinsmitgliedern im Zug mitlaufen. „Das ist schon sehr warm“, sagt Martin Brandkamp. „Aber die Stimmung ist super.“

Friesen nehmen Baustellen aufs Korn

Ein aktuelles Thema haben sich wie immer die Friesen Haspe für ihre kleine Fußtruppe ausgesucht: Sie nehmen die Baustellen in Haspe, den Stau und die Umleitung auf der B7 in Westerbauer sowie die gesperrte Hasper A1-Auffahrt in Richtung Bremen aufs Korn. Siggi Ofmann, der mit Karsten Senner, Olav Samlowski und Klaus Julitz unterwegs ist, sagt: „Wir versuchen jedesmal, ein Hasper Thema zu finden, aber diesmal fiel das auch nicht schwer.“ Und Klaus Julitz aus der Fußtruppe sagt: „Wenn wir das Thema haben, dann ist das mit unseren überschaubaren Requisiten auch schnell umgesetzt.“

Ein Meisterstück für die Eiskönigin

Das hat beim alten Hasper Traditionsverein Club 99 schon ganz andere Dimensionen. Hier zieht ein Traktor den Wagen – die Eiskönigin ist hier das Thema. Eine aufwändige Konstruktion, ein Eisberg mit beweglichen Elementen, die Kinder können als Elsa und Anna oben drauf stehen. Und es gibt sogar „Schnee“ (aus Schaum) und viele Seifenblasen. „Wir haben

daran mindestens zwei Monate nach Feierabend und am Wochenende in unserer Wagenhalle gebaut“, sagt Thorsten Hasenclever, der als Schneemann Olav verkleidet mit im Zug dabei ist und der hoch zu seiner Tochter Jule schaut, die als Elsa verkleidet ist: „Die Idee zum Thema in diesem Jahr hatten unsere Kinder. Umgesetzt haben wir die Konstruktion aber vor allem mit unserem ‘Mastermind’ Matthias Marburger. Der ist ein Genie in der Umsetzung. Er leitet uns an.“

Polizei zieht positives Fazit

Und so marschieren hier im Zug viele Hundert Arbeitsstunden mit, die in tolle Wagen, kreative Ideen und schöne Kostüme investiert worden sind. Die Polizei sichert den Kirmeszug mit einem großen Aufgebot. Sie wird am Ende ein positives Fazit ziehen: Es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

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