Durchsuchungen

Islamisten spähten Orte für Anschlag aus: Razzia in Hagen

Am frühen Morgen schwärmten die Ermittler in mehreren Bundesländern aus (hier der Einsatz in Berlin).

Am frühen Morgen schwärmten die Ermittler in mehreren Bundesländern aus (hier der Einsatz in Berlin).

Foto: Dennis Brätsch / dpa

Hagen.  Tschetschenen aus dem islamistischen Milieu sollen einen Anschlag in Deutschland vorbereitet haben. Bundesweit lief eine Razzia, auch in Hagen.

Wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat hat es am Dienstagmorgen in mehreren Bundesländern Durchsuchungen gegeben. Die Razzien richten sich gegen „tschetschenischstämmige Beschuldigte aus dem islamistischen Milieu“. Rund 180 Einsatzkräfte waren an der Razzia beteiligt. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Twitter mit.

Offenbar haben mehrere Tatverdächtige im Alter zwischen 23 und 28 Jahren einen islamistisch motivieren Anschlag in Deutschland geplant und dazu mehrere Örtlichkeiten ausgespäht, heißt es in einem Tweet der Generalstaatsanwaltschaft.

Razzia ist bundesweit mittlerweile abgeschlossen

Bei einem der Männer sei entsprechendes Bildmaterial auf dem Handy gefunden worden. Die Durchsuchungen sollen weitere Klarheit über das Motiv der Gruppe bringen. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe nach bisherigem Informationsstand aber nicht bestanden.

Nach Informationen unserer Redaktion gab es auch in Hagen am Morgen Durchsuchungsaktionen. Mittlerweile hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin den Einsatz in Hagen auf Twitter bestätigt.

Ein Schwerpunkt der bundesweiten Razzia lag in Berlin, wo Objekte in Hellersdorf, Hohenschönhausen, Spandau und Köpenick durchsucht wurden. Außerdem gab es Razzien in Ludwigsfelde (Brandenburg) und Arnstadt in Thüringen. Gegen 10.30 Uhr war die Durchsuchung abgeschlossen.

Durchsuchungen in Berlin, Brandenburg, NRW und Thüringen

Dabei wurden neben Bargeld auch Hieb- und Stichwaffen sowie Datenträger gefunden und sichergestellt. Die Auswertung dauere an.

Im brandenburgischen Ludwigsfelde (Landkreises Teltow-Fläming) kam es demnach zu mindestens einer Festnahme. Eine Sprecherin des Landeskriminalamts Brandenburg wollte das nicht bestätigen und verwies auf die Berliner Behörden.

Tschetschenien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion

Die Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion. Nach langer Flucht vor Krieg und Terror leben heute ethnische Tschetschenen in aller Welt verstreut. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verhinderte Moskau eine Abspaltung des Gebietes in zwei Kriegen mit Zehntausenden Toten. Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen. (mko mit dpa)

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