Unsicherheit

SPD-Führung besucht Federnwerk in Hohenlimburg

Die Führungsriege der Hagener Sozialdemokraten mit NRW-Oppositionsführer Thomas Kutschaty im Gespräch mit dem Betriebsrat der Oeger Federnwerke von thyssenkrupp Hohenlimburg.

Die Führungsriege der Hagener Sozialdemokraten mit NRW-Oppositionsführer Thomas Kutschaty im Gespräch mit dem Betriebsrat der Oeger Federnwerke von thyssenkrupp Hohenlimburg.

Foto: Marcel Krombusch

Oege.  SPD-Abgeordnete aus Land und Bund besuchen das kriselnde thyssenkrupp Federnwerk in Oege und sichern Unterstützung zu. Wie kann Politik helfen?

Sie kamen, diskutierten, stellten Fragen und besichtigten das Werk. Mehrere Abgeordnete der Sozialdemokraten, darunter Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, besuchten am Mittwoch das Oeger Federnwerk von thyssenkrupp. Für die Gruppe um Kutschaty, Wolfgang Jörg, René Röspel und Claus Rudel ist es ein Besuch unter Genossen, in einer der Herzkammern der Sozialdemokratie. Nur diese Herzkammer läuft nicht rund, schon seit Jahren.

Häufige Wechsel in der Geschäftsführung, fehlende Investitionen, ein Sanierungs-Tarifvertrag und kränkelnde Absatzmärkte stellen die Zukunft des Werkes einmal mehr in Frage. Die Zukunft der mehr als 500 Mitarbeiter in Hohenlimburg steht auf dem Prüfstand.

„Die Misere ist größer geworden“, machte Thomas Oberste-Lehn, Betriebsratsvorsitzender Federnwerke, im Gespräch mit der SPD-Führung deutlich. Dabei hätten die Probleme bereits vor mehr als einem Jahr begonnen, mit dem Wechsel der Geschäftsführung und Absatzmärkten, die zunehmend kriseln.

„Auch die Wechsel in der Konzernführung in Essen spielen uns nicht in die Karten“, so Oberste-Lehn weiter. An dem Austausch mit den SPD-Abgeordneten nahmen auch Vertreter des Betriebsrats der Federnwerke Olpe teil, dem zweiten, ebenfalls gefährdeten deutschen Standort für Federn und Stabilisatoren Marke thyssenkrupp.

Appell an Konzernführung

Man wolle Rückendeckung geben und weitere Gespräche mit der Konzernleitung führen, hieß es vonseiten der SPD-Abgeordneten. „Denn wir müssen sehr aufpassen, dass wir Arbeitsplätze in der Produktion in Deutschland nicht verlieren.“

Nur was kann die Politik konkret tun, um die Belegschaft zu unterstützen? „Es ist wichtig, dass der Standort zukunftsfähig aufgestellt wird“, sagt Thomas Kutschaty. So gelte es, etwa bei den Investitionen anzusetzen und Fördermöglichkeiten für neue Techniken auszuloten, die industriell umgesetzt werden können.

Dazu der Appell an die Verantwortlichen in der Essener Konzernführung von thyssenkrupp: „Sie tragen Verantwortung nicht nur für den Aktienkurs, sondern auch für eine langfristige Strategie des Unternehmens.“ Wolfgang Jörg, SPD-Landtagsabgeordneter, setzt derweil auf die Stärke im Schulterschluss. „Es ist immer gut, wenn man Freunde hat und eine breite Phalanx bilden kann“, so Jörg, der für die Wahl des Hagener Oberbürgermeisters im kommenden Jahr kandidiert.

„Meine Erfahrung ist, dass gerade die großen Unternehmen immer irgendwas von der Politik wollen“, sagt Jörg weiter. „Es steht ihnen gut zu Gesicht zu erkennen, dass es eine breite Allianz gibt, die Arbeitsplätze hier vor Ort erhalten will.“

Konzept in Arbeit

Derweil arbeitet der Betriebsrat an einem Konzept, was die Zukunft des Federnwerks in Oege sichern kann. „Wir müssen schnell sinnvolle Maßnahmen vorlegen. Je länger es dauert, desto schwieriger wird die Lage“, so Thomas Oberste-Lehn. Details zum Konzept wolle der Betriebsrat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen.

Die Essener Konzernführung von thyssenkrupp wird im November über die künftigen Strukturen in den kriselnden Unternehmensbereiche informieren.

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