Weltretter

Selbsttest in Hagen: Einkaufen mit dem Rucksack

Im Rucksack kann man die gekaufte Ware  problemlos transportieren.Im Bild Redakteurin Yvonne Hinz.

Im Rucksack kann man die gekaufte Ware problemlos transportieren.Im Bild Redakteurin Yvonne Hinz.

Hagen.   Das Auto stehen lassen und zu Fuß einkaufen gehen – kein Problem, wenn man zu Rucksack und Einkaufsliste greift. Yvonne Hinz hat es probiert.

Das Auto stehen zu lassen, tut nicht weh, schont Umwelt und Geldbeutel und – das ist nichts Neues – es ist gut für die Gesundheit, wenn man Besorgungen zu Fuß erledigt. Für mich ist es in vielerlei Hinsicht kein Problem, mal aufs Auto zu verzichten und zum Beispiel zu Fuß einkaufen zu gehen.

Wir wohnen strategisch günstig, ich kaufe nicht für eine sechsköpfige Familie, sondern für ein oder zwei Personen ein und ich bin sowieso ein „Bewegungstierchen“, sprich, ich bin häufig im Laufschritt unterwegs. Einziger Knackpunkt: Ich hab’ keine Statur wie Goliath, kann also schlecht 25-Kilo-Taschen schleppen.

Einkaufszettel schreiben

Aber ich muss ja auch nicht einmal in der Woche alles besorgen, ich kann ja häufiger gehen. Und vor allem schreibe ich im Vorfeld einen Einkaufszettel, damit ich kein unnützes Zeug kaufe. Und statt mit lästiger Tasche dackel ich mit Rucksack los – nicht schön, aber praktisch.

Außerdem hab’ ich Glück – auf meiner Route liegen nur wenige Hundert Meter entfernt eine Vollkornbäckerei, ein Obst- und Gemüseladen, ein Vollsortimenter und ein Discounter.

Natürlich fange ich beim letzten Laden an. Also rein zu Penny, Liste gezückt und Kräuterquark, Essiggurken und etliches mehr wandern in den Einkaufswagen.

Nach dem Bezahlen bitte ich eine junge Frau, die ihre Einkäufe in Korb und Tasche verstaut, mit meinem Handy ein Foto von mir zu machen, „für eine Geschichte über Einkaufen ohne Auto“, erkläre ich ihr.

„Ach, Sie haben das gleiche Schicksal wie ich, haben kein Auto und müssen auch alles selbst schleppen“, bedauert mich die „Leidensgenossin“, macht ein Foto von mir und zückt dann ihr Handy: „Ich ruf’ jetzt meinen Freund an. Der hat ein Auto und der soll mich jetzt hier einkassieren.“

Zur Stärkung ein Dinkelbrötchen

Ich setze den Rucksack auf und marschiere zu Edeka. Tomaten, Cracker, und, und, und... – dann zur Kasse, danach Ware ab in den Rucksack. Langsam wird das Ding schwerer, aber es geht noch. Ich bin ja nicht aus Zucker. Außerdem gönn’ ich mir zur Stärkung ein Dinkelbrötchen vom Bäcker nur ein paar Meter weiter.

Einkaufsmeile und Rucksack – das passt gut zusammen. Wer braucht da schon ein Auto?

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