Bildung

Schüler in Hagen sorgen selbst für saubere Toiletten

Freja, Iliana, Laura und leonardo von der Meinolfschule mit Rektorin Adriane Hosang-Wiebelhaus in den Sanitärräumen

Freja, Iliana, Laura und leonardo von der Meinolfschule mit Rektorin Adriane Hosang-Wiebelhaus in den Sanitärräumen

Foto: Hubertus Heuel / WP Hagen/Heuel

Hagen.   An der Meinolfschule kontrollieren die Viertklässler täglich die hygienischen Zustände. Für ihr Konzept wurde die Schule jetzt geehrt.

Verschmutzte Schultoiletten sind in Hagen seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Der sachgerechte Umgang mit Toilettenpapier, fließendem Wasser und Seife ist leider keine Selbstverständlichkeit. Die katholische Meinolf-Grundschule hat jetzt ein Konzept entwickelt, das den Schülern mehr Verantwortung für hygienische Zustände in ihren Sanitärräumen zuweist. „Seitdem geht es tatsächlich wesentlich sauberer zu“, freut sich Schulleiterin Adriane Hosang-Wiebelhaus.

Am Anfang stand der schlichte Wunsch, sich auf den Schultoiletten so wohl fühlen zu können wie zu Hause. Aus dieser Ausgangsidee entstand in Schülerparlament und Lehrerkonferenz nach und nach der Gedanke, die WC-Räume freundlicher, vor allem bunter zu gestalten.

Jetzt arbeitete die gesamte Schulgemeinde eng zusammen: Die Kinder verkauften ihr altes Spielzeug auf einem eigens dafür organisierten Flohmarkt und trugen so 270 Euro zusammen, die Schule stockte den Betrag auf 300 Euro auf, die Stadt Hagen spendete die Farbe und die Eltern strichen die Sanitärräume an. „Es war den Schülern wichtig, dass sie das Geld für diese Aktion nicht vom Förderverein zugeteilt bekamen, sondern selbst erwirtschafteten“, berichtet die Rektor

Tägliche Kontrollen

Doch eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Damit die mit Farbtupfern und Bildern aufgefrischten Räumlichkeiten auch zukünftig sauber gehalten werden, kontrollieren Viertklässler – je zwei Jungs und zwei Mädchen – täglich die hygienischen Zustände.

Gemeinsam mit den Lehrern haben die Kinder deine Meldekette erstellt, die ihnen zeigt, was sie unternehmen müssen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. „Fehlt zum Beispiel Toilettenpapier, sagen sie dem Hausmeister Bescheid“, so Schulleiterin Hosang-Wiebelhaus: „Außerdem haben wir die Eltern nochmals einbezogen und den Kindern gemeinsam ans Herz gelegt, dass sie die WCs sauber halten müssen. Bislang funktioniert das jedenfalls sehr gut.

Sonderpreis in Berlin

Das Konzept gefiel auch der Jury des bundesweiten Wettbewerbs „Toiletten machen Schule“, der von der German Toilet Organisation ins Leben gerufen wurde und von Unternehmen der Reinigungsbranche, der Bundesschülerkonferenz sowie dem Bundeselternrat unterstützt wurde. Unter 80 teilnehmenden Schulen aus 14 Bundesländern wurde die Meinolfschule mit einem Sonderpreis geehrt. Fünf Schüler fuhren in Begleitung von Rektorin Hosang-Wiebelhaus und ihrer Stellvertreterin Jessica Haverkamp nach Berlin, um an der feierlichen Preisverleihung teilzunehmen. „Wir hoffen jetzt einfach, dass wir mit unserem Projekt sicherstellen können, dass die Toiletten dauerhaft sauber gehalten werden“, sagt die Rektorin.

So sauber wie zu Hause. . .

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