Politik

Sanierung des Lennebades Hohenlimburg kostet viele Millionen

Der Sprungturm im Richard-Römer Lennebad Hohenlimburg.

Der Sprungturm im Richard-Römer Lennebad Hohenlimburg.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Noch hat die Hagener Politik keinen Beschluss zur Sanierung des Richard-Römer-Lennebades in Hohenlimburg gefasst. Es geht um viele Mio. Euro.

Eher zurückhaltend hat der Hagener Haupt- und Finanzausschuss die Idee diskutiert, das Richard-Römer-Lennebad mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Bund-Länder-Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ zu sanieren.

Die finanzpolitischen Experten aller Ratsfraktionen machten deutlich, erst noch die Voten des Schul- sowie Sport- und Freizeitausschusses (tagt am Donnerstag) abwarten zu wollen, bevor man sich für einen richtungsweisenden Beschluss zum Erhalt des Bades durchringen wolle. Zumal der Eigenanteil der Stadt aus den Mitteln der Bildungs- und Sportpauschale gestemmt werden soll.

Es geht um viele Millionen

Eine von einem Architekturbüro vorgenommene Kostenschätzung der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (HVG), unter deren Dach auch Hagenbad agiert, hatte zuletzt ergeben, dass die Sanierung der Schwimmhalle (Edelstahlbecken, Wasser- und Lüftungstechnik), der Gebäudehülle (Fassade, Dach) sowie der Bereiche Umkleiden, Sanitäranlagen und Foyer Kosten von fast 5,4 Millionen Euro (netto) verschlingen würde. Davon müsste etwa eine Million zu gleichen Teilen von der Stadt und von der HVG getragen werden.

In diesen Investitionen ist allerdings nicht enthalten, auch die Ga­stronomie, den Saunabereich sowie das Wohngebäude in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen, weil sich dies definitiv nicht in dem entsprechenden Förderprogramm abbilden lässt. Hier stehen weitere zwei Millionen Euro im Raum, um den Gebäudekomplex als Sport- und Erholungszentrum attraktiv zu halten.

Kleinkinderbereich

Ebenso fehlen die notwendigen Ausgaben für etwaige Attraktivierungsmaßnahmen für die Schaffung eines Kleinkinderbereichs samt Liegeflächen in einem neu zu bauenden Anbau an die Schwimmhalle, weil das den Kostenrahmen überstiege.

Durch die energetischen Verbesserungen, so die Hoffnung der Stadt, lassen sich die jährlichen Betriebskosten des Bades deutlich reduzieren und somit Einsparungen von etwa 50.000 bis 70.000 Euro erzielen. „Da eine Grundsanierung nicht aus Eigenmitteln der Stadt möglich ist, ist dieses Förderprogramm die letzte Chance, das Bad zukunftsfähig zu machen“, betonte CDU-Fraktionschef Stephan Ramrath. Zusammen mit Hans-Dieter Fischer (CDU) und Werner König (SPD) wies er zudem darauf hin, dass es vordringlich darum gehe, die Hagener Kinder alle schwimmfähig zu machen.

Sozialintegrative Aspekte

Darüber hinaus, so das Ergebnis eines Workshops von Stadtverwaltung, Politik und Hagenbad, erfülle das Bad verschiedene sozialintegrative Aspekte beispielsweise als generationenübergreifende Begegnungsstätte, als integrative Anlaufstelle für Zuwanderer und Flüchtlinge oder auch als Reha-Sport-Stätte.

Dennoch bleibt in der Politik die Skepsis, ob Hagenbad tatsächlich die finanzielle Belastung weiterer Millionen-Investitionen in Hohenlimburg stemmen kann. Entspechend erinnerte Grünen-Sprecher Jochen Riechel daran, dass es am Ende der städtische Haushalt sei, der das Minus der HVG auszugleichen habe. Im Rahmen des Bäderkonzeptes hatte die Stadt ursprünglich angedacht, die Sportstätte zu schließen bzw. keine größeren Investitionen mehr vorzunehmen.

Externer Berater

Die jetzt angedachte Beantragung von Fördermitteln in Millionenhöhe legte der Haupt- und Finanzausschuss handwerklich in die Hände eines externen Beraters. Der Grund: Zuvor hatte sich fraktionsübergreifend die Sorge breit gemacht, dass das für die Mittel-Einwerbung von der Verwaltung erarbeitete Konzeptpapier kaum das erforderliche Niveau für einen Zuschlag erreiche.

Der jetzt engagierte Profi soll für relativ kleines Geld bis zum Monatsende eine tragfähige Ausarbeitung zusammenstellen, damit Hagen nicht erneut mit einer Bewerbung in die Röhre blickt.

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