Roland Voit wechselt zur Lutherkirche

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Hagen. Eine Ära in der Hagener Kirchenmusikszene geht zu Ende: Die 300. Jubiläumsausgabe der monatlichen Orgelmatineen, die von Kantor Roland Voit veranstaltet werden, ist gleichzeitig die letzte in der Matthäuskirche.

Die Konzertreihe kehrt "nach Hause" zurück in die Lutherkirche am Bahnhof, wo sie vor fast 30 Jahren ihren Anfang genommen hat.

So bedankte sich Roland Voit bei der Kirchengemeinde und vor allem bei den Hagener Konzertbesuchern für jahrelange Treue. Zur "runden Zahl" gratulierten als Mitwirkende langjährige Mitstreiter der Hagener Musiklandschaft: das Hagener Kammerorchester unter der Leitung von Fritz-Werner Körfer und Helmut Dreier sowie Andreas Mirschel und Jörn Schnöring als Oboensolisten.

In einem unverwüstlichen "Hit" der Kategorie Konzert für Orgel und Orchester, dem Orgelkonzert in F-Dur von Georg Friedrich Händel, funktionierte unter der bewährten, jahrzehntelangen Leitung von Fritz-Werner Körfer das dialogartige Wechselspiel zwischen Orchestertutti und dem von Roland Voit mustergültig phrasierten und klanglich disponierten solistischen Orgelpart mit souveräner Sicherheit. Lyrische Momente in den langsamen Mittelsätzen wurden mit empfindsamer Ausdruckskraft zum Klingen gebracht.

Mit treffsicherer Pedaltechnik meisterte Roland Voit das knifflige Pedalsolo zu Beginn der tänzerisch beschwingten, in glanzvoller Klangpracht erstrahlenden großen Toccata in F-Dur von Johann Sebastian Bach. In der "Sinfonia" für zwei Oboen und Orchester von Domenica Scarlatti überzeugten Andeas Mirschel und Jörn Schnöring mit klanglich homogenem, sorgfältig austariertem Zusammenspiel, feinnervig-schlanker Tongebung und kantablem Ausdruck im langsamen "Grave"-Mittelsatz.

Von drei schwungvoll virtuosen Orgelwerken von Scarlatti,dargeboten von Roland Voit, gefiel die Sonata in D-Dur durch prägnante Rhythmik und pointierte Phrasierung, die Fuga in d-moll durch transparente Darstellung der mannigfaltigen polyphonen Themeneinsätze und die "Sonata per Organo da Camera" durch reizvolle klangliche Kontraste zwischen Flöten und Prinzipalregistern sowie markanten Zungenstimmen auf dem zweiten Manual.

Den galanten Charakter festlicher höfischer Kammermusiken des 18. Jahrhunderts strahlte Georg Philipp Telemanns Concerto in D-Dur für Streichorchester mit Cembalo aus, dessen spielerisch dankbaren, brillanten Solopart Roland Voit mit gewohnter Souveränität bewältigte.

Glanzvoller Abschluss war die "Sinfonia" aus der Kantate "Gott soll allein mein Herze haben", in der das Hagener Kammerorchester unter der Leitung von Helmut Dreier durch ausgewogenes Klangverhältnis der einzelnen Instrumentengruppen, saubere Intonation und rythmisch exakte Einsätze überzeugte.

Bleibt zu hoffen, dass ab September viele Konzertfreunde den Weg in die Lutherkirche finden werden.

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