Kommentar

Rechtsradikalismus in Hagen: Nicht in Sicherheit wiegen

Michael Koch, Redaktionsleiter.

Michael Koch, Redaktionsleiter.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Halle ist weit weg, die Zahl der antisemitischen und rechtsradikalen Straftaten ist nicht sehr hoch. Warum wir trotzdem vorsichtig sein müssen.

Wir sollten keine rechtsradikale Bedrohung in Hagen herbei reden. In unserer Stadtgesellschaft, die multikulturell und multireligiös ist und in der es viele soziale Probleme gibt, ist es bislang relativ friedlich zugegangen. Das ist eine Leistung.

Aber dass die Fallzahlen von antisemitischen Taten gering sind und dass wir keine offen rechte Szene haben, sollte uns in Hagen keineswegs in Sicherheit wiegen. Wenn man nur darauf schaut, wie viele rechtsradikale, die Nazi-Zeit verharmlosend Kommentare es im Internet – zuletzt etwa bei unserer Berichterstattung zu Zwangs-Sterilisationen – gibt, der merkt, dass wir hier nicht auf der Insel der Glückseligen leben.

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