Sanierung

Hagener Polizei soll vorübergehend ins Telekom-Gebäude

Zum zweiten Mal wird aller Wahrscheinlichkeit nach das frühere Telekom-Gebäude am Höing zum Übergangs-Domizil. Noch ist der Vertrag zwar nicht unterschrieben, doch die Polizei will die Immobilie nutzen.

Foto: Hans Blossey

Zum zweiten Mal wird aller Wahrscheinlichkeit nach das frühere Telekom-Gebäude am Höing zum Übergangs-Domizil. Noch ist der Vertrag zwar nicht unterschrieben, doch die Polizei will die Immobilie nutzen. Foto: Hans Blossey

Hagen.   Das frühere Telekom-Gebäude am Höing wird wohl zum zweiten Mal zum Übergangsdomizil: Das Polizeipräsidium soll dort vorübergehend einziehen.

Die Schüler gehen, die Polizisten kommen (höchstwahrscheinlich): Ein Großteil des Polizeipräsidiums Hagen soll übergangsweise in das frühere Telekom-Gebäude am Höing ziehen. Bis vergangene Woche wurden dort noch die Schüler des Hildegardis-Gymnasiums unterrichtet. Für sie war es drei Jahre lang das Übergangsdomizil, während die katholische Schule saniert und teilweise neu gebaut wurde.

Baustart verzögert sich

So soll es jetzt auch bei der Polizei werden: Wenn das Präsidium auf der Hoheleye komplett saniert und erweitert wird, sollen außer der Wache, dem Gewahrsam und der Leitstelle alle Mitarbeiter in dem Gebäude untergebracht werden, das die Telekom im Jahr 2012 aufgegeben hatte. Polizeisprecher Ralf Bode bestätigt auf WESTFALENPOST-Anfrage: „Es wird noch verhandelt und die Verträge sind noch nicht unterschrieben. Wir haben aber Interesse an der Übergangslösung. Die Immobilie wäre für die polizeilichen Bedürfnisse passend.“

Schon vor zweieinhalb Jahren hatte die WP über die Sanierungspläne für das in die Jahre gekommene Polizeipräsidium auf der Hoheleye berichtet. Der Plan damals war, dass spätestens 2017 der Startschuss fallen sollte. Wann es nun tatsächlich so weit sein wird, ist noch unklar, definitiv aber noch nicht in diesem Jahr.

Eigentlich sollten Polizisten zusammenrücken

Es bleibt weiter bei dem Plan, die Wache, die Leitstelle, die kriminaltechnische Untersuchungseinheit, das Gewahrsam und die Kantine in einem Neubau im Bereich des heutigen Parkplatzes unterzubringen. Nach den Ursprungsplänen sollten alle anderen verbleibenden Mitarbeiter während der Sanierung des markanten achtgeschossigen Hochhauses übergangsweise mit in den Neubau und in ein derzeit noch von der Autobahnpolizei Dortmund genutztes viergeschossiges Gebäude hinter dem Hochhaus ziehen. Doch schon 2015 hatte der damalige Projektleiter Sascha Mader gesagt: „Das passt aber nur, wenn wir ganz schön zusammenrücken.“

Nun also sollen Sanierung und Neubau parallel laufen, wahrscheinlich rund 300 der knapp 500 Beamten und Angestellten, die im Polizeipräsidium arbeiten, werden daher an den Höing ziehen. Wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt vom jetzigen Standort.

Man verspricht sich schnellere Bauzeit

Von dieser Lösung verspricht sich das Land eine schnellere Bauzeit. Sonst hätte erst nach dem Neubau für Wache und Leistelle, der wohl ein bis eineinhalb Jahre dauern wird, mit der Sanierung des Hochhauses begonnen werden können.

Mit einem höheren zweistelligen Millionenbetrag wird an Gesamtkosten gerechnet. Auch ein kompletter Neubau war in Erwägung gezogen worden. Letztlich war aber der Standort Hoheleye als der beste bewertet worden.

>> HINTERGRUND: Finanzamts-Vorschlag

  • Die Telekom hatte das Gebäude auf dem Höing jahrzehntelang als Verwaltungssitz genutzt, bevor die Mitarbeiter 2012 auf andere Standorte verteilt wurden. Die Immobilie gehört einer Immobilienfondsgesellschaft aus Luxemburg.
  • Die SIHK hatte eine Verlagerung des Finanzamtes dorthin angeregt, um das Gebäude am Märkischen Ring abzureißen und die Schadstoffbelastung in der Häuserschlucht zu mindern.
  • Die Streifenwagen der Wache Hoheleye werden weiter von dort zum Einsatz starten und nicht vom Höing aus.

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