Glaube

Nonne aus Hagen und ihre Abmachung mit dem lieben Gott

Letzte Tage in Hagen: Schwester Maria Fátima Krslovic, hier im Garten des Altenheims St. Clara, und ihre Mitschwestern ziehen nach Kroatien.

Letzte Tage in Hagen: Schwester Maria Fátima Krslovic, hier im Garten des Altenheims St. Clara, und ihre Mitschwestern ziehen nach Kroatien.

Foto: Jens Stubbe

Hagen.   Drei Nonnen aus Kroatien, die dem Franziskaner-Orden angehören, wirken in Hagen. Jetzt ziehen sie zurück in ihre Heimat Kroatien.

Eines nicht mehr so fernen Tages werden die Bagger am Altenheim St. Clara an der Lützowstraße anrollen. Sie werden oben anfangen und sich dann Stück für Stück durch ein Gebäude fressen, das für die Frauen, die sich in der Gemeinschaft Töchter der Barmherzigkeit zusammengeschlossen haben, mehr als ein Zuhause gewesen ist. Sie haben hier gelebt. Sie haben hier gearbeitet. Sie haben gewirkt und Spuren hinterlassen.

Dieser Abriss unseres Hauses, er ist ein Zeichen Gottes“, sagt Schwester Fátima, „es ist eine Vorsehung. Jeder muss irgendwann einmal nach Hause zurückkehren. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt da.“ Für Schwester Maria Fátima Krslovic, für Schwester Maria Eliza Bilk und für Schwester Maria Danimira Ordanic – drei Nonnen des Franziskaner-Ordens, die nach rund 50 Jahren in Hagen nach Kroatien zurückkehren.

Vorbereitung auf den Abschied aus Hagen

Es ist ein Abschied mit Ansage für die Ordensschwestern: „Ich weiß es ja schon seit einem halben Jahr“, sagt Schwester Fátima, „ich hatte Zeit, mich seelisch darauf vorzubereiten.“ Jetzt schlagen zwei Herzen in ihrer Brust: ein wehmütiges und ein freudiges.

Zadar heißt ihre Heimatstadt. Zadar, direkt an der Adria. Zadar, an drei Seiten umgeben von Wasser. Dort, wo die Sonne an jedem Abend das Meer küsst. „Ich werde in einem Haus gemeinsam mit zwölf Schwestern leben“, sagt Maria Fátima Krslovic, „meine Angehörigen freuen sich riesig. Es wird anders sein, aber es wird gut sein.“

Die Lachtauben aus dem Ex-Jugoslawien

Gut war es auch 1968, als Fátima mit vier anderen Schwestern nach Hagen kam. „Wir haben uns einfach sofort in die Arbeit gestürzt. Ich war eine Art Mädchen für alles, habe in der Hauswirtschaft angefangen – ich habe geputzt, gewaschen, und im Pflegebereich gearbeitet“, erzählt Schwester Fátima, „Deutsch haben wir kein Wort gesprochen. Wenn uns jemand angesprochen hat, haben wir gelächelt. Lachtauben haben uns die Bewohner genannt.“

Als sie damals ihre Heimat verlassen hat, hat sie einen Deal mit dem lieben Gott geschlossen. „Ich arbeite in Hagen, habe ich zu ihm gesagt“, so Schwester Fatima, „und du, Gott, kümmere dich um meine Eltern.“

Schwester Fátima und ihre Abmachung mit Gott

Beide Seiten halten sich an diese Abmachung. „Ich habe sie im Urlaub oft besucht, das war eine Wonne“, sagt Schwester Fátima, „und ich konnte dabei sein, als sie gestorben sind. Auch dafür bin ich dankbar.“

Jetzt geht es noch ein letztes Mal auf eine Reise in Richtung Adria: „Einige Bewohner haben geweint, als sie ausziehen mussten. Das war schwer. Ich bin froh, dass ich nicht mehr mit ansehen muss, wie das Gebäude abgerissen wird“, sagt Schwester Fátima. Und: „Ich glaube, dass wir in Kroatien richtig aufgehoben sind.“

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