Eröffnung

Neues Geschäft in Hohenlimburg setzt auf Fotografie

Dagmar und Rolf Hantke in ihrem neuen Fotogeschäft in der Fußgängerzone von Hohenlimburg.

Dagmar und Rolf Hantke in ihrem neuen Fotogeschäft in der Fußgängerzone von Hohenlimburg.

Foto: Marcel Krombusch

Hohenlimburg.   Das Ehepaar Hantke hat in der Hohenlimburger Fußgängerzone ein Fotogeschäft eröffnet. Warum Sie nach 20 Jahren ihren Laden in Witten verließen

Dagmar Hantke lächelt, als sie den Stempel mit der neuen Geschäftsadresse zeigt. Freiheitstraße 20 in Hagen-Hohenlimburg. „Der Zusatz ‘Hohenlimburg’ gehört auf jeden Fall dazu“, sagt Hantke. Seit jeher lebt sie hier im Bezirk, genau wie ihr Mann Rolf.

Nun haben die Beiden in der Freiheitstraße ein Fotogeschäft eröffnet. Sie nehmen die Arbeit mit in die Heimat – nach zwanzig Jahren Geschäftstätigkeit in der Innenstadt von Witten.

Die Vorgeschichte

Dass dem Inhaber-Ehepaar ihre Heimat am Herzen liegt, wird im Gespräch schon nach wenigen Minuten deutlich. Sie und ihr Mann seien in Hohenlimburg geboren, sagt Dagmar Handtke, ebenso wie ihre Kinder. „Hier wollten wir wieder hin.“ Zwanzig Jahre haben sie bei Foto Brinkmann in Witten gearbeitet – eine Kette von mehreren Geschäften, ohne Dependance in der Heimatstadt.

„Die letzte Zeit sind wir immer mit dem Zug nach Witten gependelt“, sagt Hantke. Eine Stunde pro Fahrt, unterm Strich auch ein Grund für die Überlegung, näher an den Wohnort in Hohenlimburg zu ziehen. Hinzu kam der Wunsch, dem Trubel in der Wittener Innenstadt ein stückweit zu entfliehen.

„Die Kundenfrequenz ist hier eher ruhiger“, sagt Rolf Hantke. „Aber das wollten wir auch so.“ Mit dem neuen Quartiersmanager Frank Manfrahs suchten sie nach einem geeigneten Ladenlokal im Ortskern von Hohenlimburg – und wurden schnell fündig. „In den Räumen des Fotogeschäfts war bis letztes Jahr noch ein Büro des Quartiersmanagements“, so Manfrahs. „Wir brauchen aber keine Schaufenster-Optik mehr. Die Arbeit läuft besser über das direkte Gespräch.“

Die Eröffnung

Mit Sekt und Kinderschminken feierte das Ehepaar Hantke gestern die Eröffnung ihres neuen Fotogeschäfts in der Hohenlimburger Fußgängerzone, direkt gegenüber der reformierten Kirche.

„Wir sind zuhause“, sagt Dagmar Hantke, umringt von den Bilderrahmen, Fotoalben und Drucker. in ihrem Ladenlokal. Zu den ersten Gratulanten gehörten neben Quartiersmanager und Besitzer von Geschäften in der Nachbarschaft unter anderem Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss.

„Es gehört auch ein bisschen Mut dazu, hier ein Geschäft zu eröffnen“, sagte Voss. „Diesen Mut hatten sie – und das finde ich gut.“

Das Geschäftsmodell

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Kunden neugierig das Ladenlokal betreten. Der eine fragt nach Abzügen, der andere möchte gerne Passbilder machen lassen. Anfragen, die das Ehepaar Hantke nach den vielen Jahren in Witten kennt und auf die sie sich spezialisiert haben.

„Wir sind ein klassisches Fotogeschäft“, sagt Rolf Hantke. Bis heute gebe es viele, die analog fotografieren – und für die Möglichkeiten zum Entwickeln immer überschaubarer werden. „Wo sollen die Leute hier mit ihren Filmedosen und Negativen hin?“, fragt Hantke. „Klassisch entwickeln bieten nur noch wenige Geschäfte an.“ Dazu bietet er gleich ein Rundum-Betreuung für gedruckte Fotos an.

„Einzelne Bilder, die etwa zuhause aufgestellt werden sollen, sind unser Kerngeschäft“, so Rolf Hantke. „Dazu bieten wir neben dem Druck auch direkt die passenden Bilderrahmen an.“ Zum Sortiment gehöre außerdem eine vielfältige Auswahl an Fotoalben sowie die Möglichkeit, sich eigene Fotobücher etwa vom Urlaub erstellen zu lassen. „Wir hatten viele Kunden, die waren ganz gerührt, als sie ihre fertigen Fotobücher sahen“, erinnert sich seine Frau Dagmar.

Ähnlich viel Einsatz zeige er auch, wenn es um das Restaurieren von alten Fotos geht. So könnten Kunden bei ihm zum Beispiel jahrzehntealte, vergilbte Familienporträts abgeben, damit er sie vor Ort erneuert.

Die Freude am gedruckten Bild, verbunden mit fachlicher Beratung und einem exklusiven Angebot sollen das Ladenlokal zum Erfolg führen. Und dieser kann gerne auch leise sein: “Wir sind nicht die Retter der Hohenlimburger Innenstadt“, sagt Rolf Hantke. „Aber wir wollen hier einen guten Job machen.“

Hintergrund: „Quartier der Spezialisten“

Zufrieden blickt Frank Manfrahs auf das neue Fotogeschäft in der Freiheitstraße. Für den Quartiersmanager ist ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg hin zur langfristigen Entwicklung des Hohenlimburger Ortskerns. Ein Konzept: „Es gibt die Idee, entlang der Herrenstraße gezielt Fachgeschäfte und etwa Atelierbetriebe anzusiedeln“, so Manfrahs. Unterm Strich solle dadurch ein „Quartier der Spezialisten“ entstehen: Besondere Anbieter, die es anderswo nicht gibt und Hohenlimburg damit ein Alleinstellungsmerkmal verpassen.

Mit dem Brautmodenatelier für Übergrößen sei etwa schon eine Marke in Hohenlimburg gesetzt, wofür Kunden weite Anfahrten in Kauf nehmen. Auch der Extra-Markt gehöre zu diesem Konzept.

„Wenn wir die Innenstadt beleben wollen, müssen wir bei der Gestaltung weg allein vom reinen Erlebnis-Einkauf“, sagt Frank Manfrahs. So sollen auch neue Treffpunkte dafür sorgen, dass der Ortskern von Hohenlimburg gezielt belebt wird. Langfristig steht dazu auch die Suche nach einem eigenen Slogan auf dem Plan.

“Wir sind aber noch in der Analyse und im Entwicklungsprozess“, möchte der Quartiersmanager aktuell keine weiteren Händler nennen, die sich für ein Ladengeschäft im Ortskern interessieren.

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