Neueröffnung

Neue Pflegeschule in Hagen eröffnet

Geschäftsführerin Olivia Aschke, Schulleiterin Ann-Kathrin Sallen und Projektmanager Hendrik Klose sind froh, dass die neue „Pflegeschule Aschke“ nun an den Start gegangen ist. 28 Schüler werden derzeit in der Elberfelder Straße 84 unterrichtet

Geschäftsführerin Olivia Aschke, Schulleiterin Ann-Kathrin Sallen und Projektmanager Hendrik Klose sind froh, dass die neue „Pflegeschule Aschke“ nun an den Start gegangen ist. 28 Schüler werden derzeit in der Elberfelder Straße 84 unterrichtet

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen-Mitte.  Was eine generalisierte Ausbildung, die in der neuen Hagener „Pflegeschule Aschke“ angeboten wird, bedeutet und wer die Kosten trägt.

Ihr fiel ein Stein vom Herzen, als sie Anfang Oktober endlich an den Start gehen konnte: Olivia Aschke, die eine neue Pflegeschule in der Elberfelder Straße 84 (im ehemaligen Olbrich-Möbelhaus) eröffnet hat.

„Den Mietvertrag habe ich bereits Ende des Jahres unterschrieben, losgehen sollte es Anfang April, doch da hatte mir Corona natürlich einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt die Geschäftsführerin der neuen Einrichtung „Pflegeschule Aschke“, in der eine generalisierte Ausbildung angeboten wird.

Was man darunter versteht? „Die bisherigen Ausbildungsgänge Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger entfallen, seitdem das Pflegeberufsgesetz am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist“, erläutert Olivia Aschke.

Dreijährige Ausbildung

Zum Hintergrund: Der Gesetzgeber will aufgrund des Pflegenotstandes die Arbeit in der Pflege aufwerten und attraktiver machen. Daher gibt es seit Anfang des Jahres nur noch die generalisierte Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau­.

„Die Ausbildung ist anspruchsvoller als bisher“, unterstreicht Ann-Kathrin Sallen. Sie ist die Schulleiterin der neuen Einrichtung und konkretisiert: „Während der dreijährigen Ausbildung müssen nun wesentlich mehr Inhalte vermittelt werden als vorher. Die Schüler durchlaufen jetzt alle Bereiche.“ Dazu gehören die stationäre Akut- und Langzeitpflege, die ambulante Kurz- und Langzeitpflege, die Kinderpflege und die Gerontopsychiatrie.

Wer eine generalisierte Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen möchte, muss mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen, empfohlen wird die mittlere Reife.

„In ganz NRW wurden in diesem Jahr gerade mal drei Schulen, die die Bedingungen der Generalistik erfüllen, zugelassen, und wir sind eine davon. Mitte September haben wir die staatliche Anerkennung durch die Bezirksregierung Arnsberg erhalten“, sagt Olivia Aschke mit ein wenig Stolz in der Stimme. Sie hat vor 22 Jahren eine Pflegeschule in Witten eröffnet, Hagen ist eine Dependance von Witten.

Ziel sind vier Klassen

Die Schule in der Elberfelder Straße ist mit einer Klasse mit 28 Teilnehmern gestartet, das Ziel ist es, vier Klassen parallel auszubilden. Wie die duale Ausbildung aussieht? Der Interessent schließt einen Ausbildungsvertrag mit einem Träger, zum Beispiel mit einem Pflegedienst, einem Seniorenzentrum oder einem Krankenhaus, ab. Der Schüler erhält vom Träger eine Ausbildungsvergütung. Außerdem nimmt der Schüler Kontakt zur Pflegeschule auf, an der der theoretische Teil der Ausbildung absolviert wird.

Alle Bausteine müssen abgedeckt werden

„Die Ausbildung bei uns ist kostenlos für den Schüler. Das Land NRW kommt für die Kosten in Form einer Ausgleichszuweisung auf“, betont Olivia Aschke und fährt fort: „Alle Bausteine der Ausbildung müssen abgedeckt werden, das koordinieren wir.“

Neben Schulleiterin Ann-Kathrin Sallen, selbst gelernte Pflegepädagogin, sind fünf weitere Lehrkräfte im Einsatz. „Wir sprechen nicht von Fächern, sondern von Lernfeldern“, erläutert Sallen. In besagten Lernfeldern werden zum Beispiel die Grundlagen der Anatomie (Skelett und Muskulatur), der Körperpflege und der Ernährung vermittelt. Nach zwei Jahren steht die Zwischenprüfung an, nach drei Jahren die Abschlussprüfung, sprich, das staatliche Examen. „Wer sich nach zwei Jahren Generalistik spezialisieren möchte, kann die Ausbildung im Bereich Kinder- oder Altenpflege intensivieren“, sagt Geschäftsführerin Olivia Aschke.

In dem insgesamt viergeschossigen Gebäudekomplex werden zwei Etagen von der Pflegeschule genutzt. „Wir haben 800 Quadratmeter Büro- und Seminarfläche“, so Aschke. Neue Klassen können am 1. April 2021 an den Start gehen.

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