Kriminalität

Nach Schuss in Hagen: Opfer nicht mehr in Lebensgefahr

Die ganze Nacht waren eine Mordkommission der Polizei Hagen und die Spurensicherung am  Tatort in der Frankfurter Straße beschäftigt.

Die ganze Nacht waren eine Mordkommission der Polizei Hagen und die Spurensicherung am Tatort in der Frankfurter Straße beschäftigt.

Foto: Alex Talash

Hagen.   Nach dem Schuss auf einem Mann in der Hagener Innenstadt sind die Hintergründe noch unklar. Die Polizei sucht Zeugen.

Nach dem Schuss auf einen Mann in der Hagener Innenstadt am Freitagabend laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft auf Hochtouren. Bis Samstagmorgen um 5 Uhr waren die Mordkommission und die Spurensicherung vor Ort in der Frankfurter Straße tätig.

Der 25-jährige Mann war durch den Schuss in die Brust lebensgefährlich verletzt worden. Er kam ins Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Am Samstagmittag schwebte er nach Angaben der Polizei nicht mehr in Lebensgefahr.

Der oder die Täter sind weiter auf der Flucht. Zum genauen Ermittlungsstand und den möglichen Hintergründen sind Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit noch sehr zurückhaltend. In der Nacht sei ein 35-jähriger Mann vorläufig festgenommen worden, er sei aber inzwischen wieder entlassen worden, teilten die Ermittler mit.

Schuss trifft Opfer wohl im Brustbereich

Die Tat hatte sich am Freitagabend in der Frankfurter Straße – unweit eines großen Kinocenters und des als Feierstätte beliebten Elbers-Geländes – auf einem Bürgersteig zugetragen. Das Opfer hielt sich nach bisherigen Erkenntnissen mit mehren anderen Personen vor einem Wettbüro/Café auf. Informationen, wonach der Schuss aus einem fahrenden Auto heraus abgegeben wurde, konnte die Polizei bislang nicht bestätigen.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben. Hinweise nimmt die Polizei unter 02331 986 2066 entgegen.

Mögliche Verbindung zu Rockerclub wird geprüft

Die Ermittler können die Tat bislang noch nicht richtig einordnen. Erschwert werden die Ermittlungen offensichtlich, weil potenzielle Zeugen wohl nicht sehr kooperativ gegenüber der Polizei sind. Geprüft wird derzeit nach WP-Informationen auch, ob das Opfer, das mit dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht wurde, tatsächlich zu den Unterstützern der umstrittenen Rocker-Gruppierung „Bandidos“ gehört und ob dieser Umstand mit der Tat zu tun hat. Hier stehen die Ermittlungen aber noch am Anfang – Ergebnis offen.

Erinnerung an Attacke auf Tankstellengelände im Juli

Erst im Juli hatte es eine blutige Messerattacke an einer Tankstelle im Hagener Stadtteil Eilpe gegeben. Auch hier wurde ein Mann (31) von Unbekannten am helllichten Tage niedergestochen und schwer verletzt. Der gehört nach Polizeiangaben zum Unterstützer-Umfeld der Bandidos, der Rockerclub hatte dies dementiert.

Die Bandidos haben seit kurzem ein eigenes Chapter in Hagen – in einer Stadt also, die eigentlich als „Hauptstadt“ des hier seit mehr als 40 Jahren ansässigen Motorradclubs Freeway Riders gilt. Auch hier gestalten sich die Ermittlungen nach WP-Informationen äußerst schwierig, weil weder das Opfer noch mögliche Zeugen mit der Polizei kooperieren. Zwei kurz nach der Tat auf der A 45 festgenommenen Männer mussten mangels hinreichenden Tatverdachts wieder freigelassen werden.

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