Polizei

Mann (35) in Lebensgefahr: Mordkommission ermittelt in Hagen

Ein Rettungshubschrauber startet am Allgemeinen Krankenhaus in Hagen. Von hier wird der 35-Jährige in eine Spezialklinik geflogen.

Ein Rettungshubschrauber startet am Allgemeinen Krankenhaus in Hagen. Von hier wird der 35-Jährige in eine Spezialklinik geflogen.

Foto: Alex Talash

Hagen-Wehringhausen.   Neues nach der Prügelei in Hagen: Das Opfer war betrunken, flüchtete erst aus dem Krankenhaus. Dann verschlechterte sich der Zustand rapide.

Eine Auseinandersetzung in Hagen-Wehringhausen hat in der Nacht zu Sonntag ein tragisches Ende genommen. Ein 35-Jähriger Mann schwebt mit schweren Kopfverletzungen in Lebensgefahr, zwei weitere Männer (20 und 22 Jahre alt) sitzen im Polizeigewahrsam. Nach dem Vorfall gibt es reichlich Spekulationen und Vermutungen im Internet über Ablauf und Hintergründe. Vieles stimmt nicht. Dies ist der aktuelle Stand der Ermittlungen:

Alle Beteiligten sind alkoholisiert

Gegen 4.10 Uhr wurden Polizei und Rettungsdienst zur Ecke Pelmkestraße/Grummerstraße nach Wehringhausen gerufen. Vor Ort waren sowohl das 35-jährige Opfer als auch die beiden Männer (20 und 22), die später festgenommen wurden. „Wir gehen davon aus, dass alle Beteiligten alkoholisiert waren“, so Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli gegenüber der WESTFALENPOST. „Insbesondere das spätere Opfer.“

Zunächst habe sich der Fall vor Ort aber nicht als so gravierend dargestellt, sondern eher als eine „normale“ Schlägerei. Der 35-Jährige sei zwar verletzt ins Allgemeine Krankenhaus (AKH) gebracht worden, die anderen Männer seien zunächst aber nur als Zeugen erfasst worden. Dann sei der stark alkoholisierte 35-Jährige aber aus dem AKH weggelaufen, die Polizei musste ihn erst wieder einfangen.

Rettungshubschrauber im Einsatz

Danach verschlechterte sich der Zustand des Mannes, der offensichtlich erhebliche Kopfverletzungen erlitten hatte, aber rapide. Ein Rettungshubschrauber landete am frühen Morgen schließlich am Allgemeinen Krankenhaus und flog den 35-Jährigen in eine Spezialklinik. Es besteht Lebensgefahr.

Als das klar war, änderte sich zwangsläufig auch die Einschätzung der Ermittler. Eine Mordkommission wurde gebildet, die beiden Männer (20 und 22 Jahre alt), deren Personalien zunächst nur festgestellt worden waren, wurden nun von der Polizei wieder aufgespürt und festgenommen. Maximal 24 Stunden können sie nun im Polizeigewahrsam festgehalten werden. Ob sie dem Haftrichter für eine womöglich längere Untersuchungshaft vorgeführt werden, ist noch nicht klar.

Ob sich alle Beteiligten kannten, ist unbekannt

Zum Hintergrund der Auseinandersetzung gibt es bislang nur vage Hinweise: „Das spätere Opfer soll sich nicht ordnungsgemäß gegenüber Frauen verhalten haben“, so Oberstaatsanwalt Pauli zu den bisherigen Erkenntnissen. Die beiden Männer, die nun im Gewahrsam sitzen, sollen sich provoziert gefühlt haben, wodurch es schließlich zu der heftigen Auseinandersetzung gekommen sein soll. Bei der hatte das spätere Opfer wohl auch Reizgas eingesetzt.

Ob das Opfer und die Tatverdächtigen sich kennen und sie in einer Beziehung zueinander stehen, ist noch unklar. Geboren sind alle Beteiligten nach Auskunft der Staatsanwaltschaft in Kasachstan. Ob sie deutsche Staatsangehörige sind, ist derzeit noch unklar. Auch woher sie in den frühen Morgenstunden kamen und ob schon zusammen gefeiert wurde, ist weiter Bestandteil der Ermittlungen. „Diese sind derzeit aufgrund der Alkoholisierung der Beteiligten nicht einfach“, so der Oberstaatsanwalt.

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