Kultur

Mäßige Beteiligung an Schul- und Jugendtheatertagen in Hagen

Auch Schüler der  Emil-Schumacher-Grundschule beteiligen sich am Wettbewerb.

Auch Schüler der Emil-Schumacher-Grundschule beteiligen sich am Wettbewerb.

Foto: Yvonne Hinz

Hagen.  Sechs Theatergruppen beteiligen sich an den 30. Schul- und Jugendtheatertagen. Ein mäßiger Erfolg. Das Konzept soll aufgepeppt werden.

Die Schul- und Jugendtheatertage sollen aufgepeppt werden. Was allerdings nicht ohne Startschwierigkeiten vonstatten geht, wie die geringe Teilnehmerzahl in diesem Jahr zeigt. Beteiligten sich 2018 noch neun Schulen und vier außerschulische Einrichtungen mit insgesamt 16 Stücken an der Veranstaltung, sind es in diesem Jahr gerade mal sechs Schulen beziehungsweise Einrichtungen.

Was neu ist in diesem Jahr? Lutz-Leiterin Anja Schöne hat die einzelnen Beiträge auf maximal 50 Minuten Länge begrenzt. Was nicht bei allen Schulen auf Begeisterung stieß.

„Allgemein kürzere Einlagen können besser verglichen werden. Außerdem soll weniger der Wettkampf- als der Begegnungsgedanke im Mittelpunkt stehen. Es geht mir darum, dass die Jugendlichen überhaupt die Zeit haben, auch die Stücke der Mitteilnehmer anzuschauen“, wirbt Anja Schöne für ihre Konzeptidee. Außerdem gibt es nun im Vorfeld ein professionelles „Warm up“ durch Theaterpädagogin Miriam Walter, und die Jury gibt den Schülern nach ihrem Auftritt direkt ein Feedback. Es solle künftig eher Festival-Flair statt Wettbewerbs-Atmosphäre herrschen. „Im nächsten Jahr sind bestimmt wieder mehr Schulen dabei“, gibt sich Anja Schöne optimistisch.

Drei Beiträge am ersten Tag

Heute präsentierten sich im Laufe des Tages drei Schulen auf der Lutz- bzw. Opus-Bühne.

Schüler der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule des Ennepe-Ruhr-Kreises zeigten im Lutz das Stück „Vitali“.

„Wir spielen Szenen aus dem Alltag – aus Schule, Familie und Freizeit. Es geht um Orientierungslosigkeit bei Jugendlichen und um Leistungsdruck“, erläuterte Kai-Conner Zanettin.

Der 15-Jährige, der seit mittlerweile elf Jahren im Flic-Flac-Jugendtheater aktiv ist, schlüpfte in die Rolle des Vaters. Seine Mitschülerin, Marie-Sophie Macke, übernahm den Part einer Sportlerin, Luanda Rippschläger wurde auf der Bühne zur Lehrerin. In „Vitali“ wird der Frage nachgegangen, wie es sich anfühlt, wenn alle genau wissen, was sie werden wollen, nur man selbst nicht.

Filmmusik, Pop und Techno

Im benachbarten Opus zeigten Schüler der dritten und vierten Klasse der Emil-Schumacher-Grundschule ihren Beitrag „Performix“. Es handelte sich um eine Collage aus Tanz und Darstellungen zu Filmmusik, Pop und Techno. Theaterpädagogin Gabriele Laatsch hat mit den Schülern im Rahmen des NRW- Landesprogramms „Kultur und Schule“ seit September trainiert.

„Die Kinder haben zur Musik viel selbst entwickelt“, lobte Laatsch, die auch selbst Schauspielerin ist.

Beispiele? Zur Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ zeigen die Kinder einen Piratenkampf. Oder sie präsentierten Fußballszenen in Zeitlupe.

„Der Beitrag hat gewollt keinen roten Faden, es handelt sich ja um kein Erzählstück“, unterstrich Gabriele Laatsch. Beim Proben zu den Schul- und Jugendtheatertagen seien den Grundschülern tolle Gedanken gekommen, „die Collage ist das Ergebnis der Teamarbeit“.

Heute mussten die Schüler samt Trainerin improvisieren: „Wir haben auf der Bühne zwei Ausfälle zu beklagen“, erklärte Laatsch. Ein Schüler sei erkrankt, ein anderer im Theater zwar anwesend, allerdings gehandicapt.

Arm gebrochen

Der momentan „Gehandicapte“ heißt Arda und ist Schüler der vierten Klasse. „Vor ein paar Tagen bin ich ausgerutscht, hab’ mir den Arm gebrochen“, erklärte der Junge, der in „Performix“ gleich mehrere Rollen übernommen hatte. „Aber nach der Aufführung, wenn die Zuschauer hoffentlich kräftig applaudieren, dann kommt Arda natürlich mit auf die Bühne“, versprach Gabriele Laatsch.

Das dritte Stück, das heute im Rahmen des Wettbewerbs gezeigt wurde, trug den Titel „Konfusion“.

Der Projektkurs Werkstatt Theater Q 1 der Hildegardis-Schule brachte im Großen Haus „eine Geschichte in der Geschichte“ auf die Bühne. Mehrere sich aufeinander beziehende Einakter verdeutlichten markante Fehlschläge in der menschlichen Verständigung.

Am morgigen Dienstag gehen die Schul- und Jugendtheatertage in die zweite Runde. Die Preisverleihung findet um 20 Uhr im Opus statt.

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