Straßenplanung

Kreisverkehr an Hohenlimburger Stennertbrücke nicht machbar

Es ist einer der Hauptverkehrsknotenpunkte in Hohenlimburg. Hier ereignete sich am Übergang Mühlenbergstraße auch im Mai der tödliche Unfall. Foto:  Hans Blossey

Es ist einer der Hauptverkehrsknotenpunkte in Hohenlimburg. Hier ereignete sich am Übergang Mühlenbergstraße auch im Mai der tödliche Unfall. Foto: Hans Blossey

Hohenlimburg.   Durch einen Kreisverkehr mehr Fußgängersicherheit an der Stennertbrücke zu schaffen, bleibt eine Illusion. Eine solches Bauwerk passt dort nicht.

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Ein Kreisverkehr im Bereich Mühlenbergstraße/Stennerstraße/Iserlohner Straße wird nicht kommen. Die städtischen Verkehrsplaner haben einen solchen überprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen: Er ist an dieser Stelle nicht machbar.

Die SPD-Fraktion in der Hohenlimburger Bezirksvertretung hatte den Prüfauftrag initiiert und damit Anregungen von Bürgern aufgegriffen. Die Hoffnung: Mit dem Kreisverkehr könnte man die Interessen der Fußgänger besser berücksichtigen, ohne den Verkehrsfluss zu gefährden.

Der unmittelbarer Anlass für dieses Gedankenspiel ist ein trauriger: Am 16. Mai war ein Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ein Lkw hatte ihn auf dem Fußgängerüberweg im Bereich Stennertstraße/Mühlenbergstraße erfasst.

Verkehr entschleunigen

Gerade dieser Überweg ist in den Augen der Lokalpolitiker ein solcher Gefahrenpunkt, dass die BV dessen Sperrung beschlossen hatte. Diese ist inzwischen auch umgesetzt worden. Mit dem Kreisverkehr – so die Hoffnung – würde insgesamt der Verkehr in dem Bereich entschleunigt, Fußgänger hätten mehr Sicherheit, und auch der Überweg könnte dann wieder genutzt werden.

Note: schlecht bis sehr schlecht

Die städtischen Verkehrsplaner haben den Vorschlag auch nicht einfach so vom Tisch gewischt. Eine „überschlägige Leistungsanalyse gemäß Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen“ wurde durchgeführt. Die komplizierte Rechnung wurde jetzt auch den Lokalpolitikern im Detail präsentiert. Das Ergebnis ist aber eindeutig. Ein Kreisverkehr an dieser Stelle muss in die Qualitätsstufen E bis F eingeordnet werden – das kommt den Noten schlecht bis sehr schlecht gleich.

Grob gesagt: Ein Kreisverkehr an dieser Stelle hätte einen Durchmesser von 26 bis 35 Meter auf weisen müssen. Und in der Summe dürfen bei „idealen Bedingungen“ nicht mehr als 25.000 Fahrwege pro Tag den Kreisverkehr aus allen drei Richtungen kommend durchfahren. Ideale Bedingungen heißt: Der Lkw-Anteil muss gering sein und der Anteil der querende Fußgänger quasi gegen Null tendieren.

Verkehrsbelastung an der Obergrenze

Das würde hier schon auf den ersten Blick mathematisch schwierig. Denn folgende Belastungswerte haben die städtische Planer ermittelt: Pro Tag kommen aus der Iserlohner Straße 10.654 Fahrzeuge, aus der Mühlenbergstraße 6435 Fahrzeuge und aus der Stennert­straße 7195 Fahrzeuge. Das macht in der Summe 24.284, liegt also knapp an der absoluten Höchstgrenze von 25.000 Fahrzeugen. Zudem ist aber auch die Lkw-Dichte hoch. Und natürlich sollen auch Fußgänger den Kreisverkehr queren könne – dafür sollte er ja eingerichtet werden.

Mark Krippner, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BV Hohenlimburg, will nun einen weiteren Vorschlag prüfen lassen, um den Fußgängern die langen Umwege nach der Sperrung des Überwegs zu ersparen: „Wir möchten wissen, ob man die Ampel nicht so schalten kann, dass die Fußgängerampel Grün zeigt, während alle anderen Ampeln für die Fahrzeuge auf Rot stehen.“ Geprüft werden solle, ob Fußgänger per Knopfdruck ein solches Signal anfordern könnten. „Das wäre der sicherste Weg“, so Krippner. „Und wir bräuchten dafür auch keine Baumaßnahmen.“

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