Sicherheit

Kopterclub unterstützt die Feuerwehr Hagen bei Großübung

Die Feuerwehr Hagen nutzt den Goldbergtunnel in Hagen regelmäßig für Großübungen.

Die Feuerwehr Hagen nutzt den Goldbergtunnel in Hagen regelmäßig für Großübungen.

Foto: Archiv/Alex Talash

Hagen.   Der Goldbergtunnel ist am kommenden Sonntag Schauplatz einer Großübung der Feuerwehr Hagen. Unterstützt wird die Wehr vom Kopterclub.

Sie fliegt der Gefahr aus dem Wege, die Feuerwehr. Denn das Szenario scheint wie geschaffen dafür, dass eine Maschine den Menschen ersetzt. Eine Flugmaschine, eine Drohne – und deshalb ist am kommenden Sonntagmorgen der Kopter­club Hagen erstmals bei einem Einsatz der Feuerwehr dabei.

Goldbergtunnel Hagen – dass Ort und Zeit bereits feststehen, legt nahe, dass es sich bei diesem Einsatz um eine Übung handelt: Aus einem Waggon tritt ein Gefahrenstoff aus, die Lokführer stoppen den Güterzug. Sie verlassen die Lok, wollen sich in Sicherheit bringen, brechen zusammen. „Wir sind mit rund 100 Kräften im Einsatz“, sagt Ralf Blumenthal, stellvertretender Feuerwehrchef. „98 Prozent sind Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr.“

Sechs Mitglieder helfen der Feuerwehr Hagen

Und in eine ähnliche Kategorie fallen auch die sechs Mitglieder des Kopterclubs, die sich bereit erklärt haben, die Feuerwehr Hagen künftig bei Einsätzen zu unterstützen.

Dabei ist diese Premiere in den frühen Morgenstunden des Sonntags gleich ein besonderer Einsatz in mehrerlei Hinsicht: „Natürlich geht es für uns zunächst einmal darum, die Abläufe bei der Feuerwehr kennenzulernen“, sagt Benno Janke, Vorsitzender des Kopterclubs. „Hinzu kommt, dass die Einsatzsituation in einem Tunnel eine außergewöhnliche ist. Das ist ein Experiment, bei dem ich skeptisch bin, ob es am Ende funktionieren wird. Aber für uns ist es wichtig, Erfahrungen zu sammeln.“

Einsatz im Tunnel ist ein Experiment

Die komplexe Technik und die Dunkelheit spielen eine Rolle. „Kopter halten eigentlich über ein GPS-Signal die Stabilität in der Luft“, erklärt Janke, „das aber wird im Tunnel nicht funktionieren.“

Allerdings haben die Piloten des Clubs durchaus Erfahrungen im Indoor-Bereich. „Die Stabilität wird dann über Sensoren erreicht“, so Janke, „Voraussetzung dafür ist aber ausreichend Licht.“

400 Meter Tief in dunkler Röhre

Ob die Kopter also 400 Meter weit in die sechs Meter hohe und acht Meter breite fliegen können, ist offen. Erste Tests aber haben sie bereits erfolgreich absolviert. „Dabei sind wir mit den Koptern an einen Kanister herangeflogen, den wir nicht gesehen haben“, sagt Janke, „wir haben das Schild, auf dem stand, welche Stoffe sich darin befinden, gefilmt und auf einem Monitor ablesen können.“

Die außergewöhnliche Zusammenarbeit ist Teil einer Kampagne, mit der die Feuerwehr um Unterstützer wirbt. „Wir stellen unsere Filme ja auf unserer Homepage einer breiten Öffentlichkeit bereit“, sagt Janke, „Kopterfliegen ist unser Hobby. Aber wir haben überlegt, wie wir uns noch stärker und sinnvoll für die Allgemeinheit engagieren können und Kontakt zur Feuerwehr aufgenommen. Bei der Feuerwehr Dortmund beispielsweise gibt es bereits Profi-Piloten.“ Ziel sei es, über das Funknetz der Feuerwehr Bilder vom Einsatzort künftig direkt in die Leitstelle zu übertragen.

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