Arbeitssuche

Job-Speed-Dating zum ersten Mal in der Stadthalle

Martin Speker am Stand von der Ranger Marketing & Vertriebs GmbH 

Martin Speker am Stand von der Ranger Marketing & Vertriebs GmbH 

Hagen.   Ein persönliches Bewerbungsgespräch, ohne vorab Unterlagen an den Arbeitgeber verschickt zu haben? Das Format Job-Speed-Dating macht es möglich

„Die Quote, überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, sinkt immer mehr in meinem Alter“, sagt der 57-jährige Harald Steinmetz. „Da freue ich mich natürlich sehr über die Möglichkeit des Job-Speed-Datings.“

Steinmetz ist einer von über 250 Arbeitssuchenden, die am Mittwoch in die Stadthalle gekommen sind, um sich über das in Hagen erstmals durchgeführte Format des Job-Speed-Datings neue Berufschancen zu ermöglichen. Der Unternehmer im Bereich Vertrieb und Technik blickt auf fast vier Jahrzehnte Arbeitsleben zurück. Schluss soll jedoch noch nicht sein. „Ich habe mich schon an einigen Stellen beworben, doch den Zuschlag bekommen in der Regel die Jüngeren“, sagt Steinmetz.

In der Stadthalle sieht er nun die Chance, im direkten Gespräch zu überzeugen. 35 Vertreter von mittelständischen Unternehmen der Region mit freien Arbeitsplätzen sind gekommen.

Der persönliche Eindruck zählt

Das Format bietet Bewerbern und Unternehmern einen Weg, unkompliziert und schnell zu einander zu finden. Im Prinzip läuft es wie beim regulären Speed-Dating ab, nur dass anstelle eines Partners nach einem Beruf gesucht wird. Dafür werden zehnminütige Kurzgespräche geführt, in denen der Suchende seine bisherigen Berufserfahrungen erläutern, aber auch einen ersten Eindruck hinterlassen kann.

„Für Arbeitssuchende wie für Arbeitgeber ist das Vorstellungsverfahren oft langwierig. Die einen müssen ihre Bewerbungsunterlagen erstellen, die anderen müssen eine Vielzahl von Bewerbungen sichten und sortieren“, sagt Michael Stechele, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hagen: „Erst dann folgt der eigentliche Gesprächstermin, an dem der persönliche Eindruck zählt. Bis dahin können Wochen vergehen.“

Das Event soll besagte Zeiten nun verkürzen. „Durch ein persönliches Treffen springt ein Funke vielleicht über, der durch eine schriftliche Bewerbung eventuell niemals entstanden wäre“, sagt Andrea Henzel vom Jobcenter Hagen, die gemeinsam mit der Agentur für Arbeit das Event initiiert hat. Der TÜV Nord ist für die Organisation vor Ort und für die Vorbereitung der Bewerber zuständig. „Wir haben an drei Tagen in verschiedenen Blöcken alles Mögliche trainiert. Von der Begrüßung bis zur Simulation eines Vorstellungsgesprächs“, sagt Steinmetz.

Nach den drei Tagen wurden Termine für das Event in der Stadthalle vereinbart. Auf Eigeninitiative konnten sich Bewerber zudem auch Unternehmen vorstellen, die nicht auf ihrer Liste stehen. „Ich habe mich an einen freien Platz gesetzt und gesagt, dass ich mich gern vorstellen würde“, sagt Steinmetz. Die Initiative zahlte sich aus. Ein weiterführendes Gespräch wurde für die nächste Woche vereinbart.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben