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Influencerin aus Hagen hat 127.000 Follower

Laura Henning (links) bei einem Shooting mit Fotografin Katja Neumann. Die Influencerin modelt am liebsten an Unorten wie dem Schlachthof. Bei Instagram findet man das Model unter laurahenning97.

Laura Henning (links) bei einem Shooting mit Fotografin Katja Neumann. Die Influencerin modelt am liebsten an Unorten wie dem Schlachthof. Bei Instagram findet man das Model unter laurahenning97.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Laura Henning ist erfolgreiche Influencerin (Beeinflusserin). Der Street-Style der 21-jährigen Hagenerin kommt bei Instagram gut an.

Die Frage nach ihrem Beruf beantwortet Laura Henning mit einem offenen Lächeln. „Ach was, ich sag doch nicht ,Ich bin Influencerin’. Ich bin schlichtweg Aushilfe im Einzelhandel.“ Laura Henning, von der ich nur weiß, dass sie eine erfolgreiche Influencerin (Beeinflusserin) ist und aus Hagen stammt, sitzt mir gegenüber.

Street-Style mit alternativem Touch

Die junge Frau ist auffällig schwarz geschminkt, unter ihren Ärmeln blitzen Tattoos hervor, sie ist gepierct. Als Street-Style mit alternativem Touch bezeichnet sie ihren Look. „Klar, ich verkörpere eine bestimmte Optik und die scheint meinen Followern zu gefallen.“

Womit wir beim Thema sind: 127.000 Menschen folgen Laura Henning auf Instagram, dem besonders bei jungen Leuten überaus beliebten Onlinedienst, 127.000 Follower – eine beeindruckende Zahl – sind daran interessiert, was die Hagenerin postet.

Mit „normalen Fotos“ angefangen

„Ja, das ist schon krass“, sagt die 21-Jährige und wirkt dabei fast selbst überrascht, dass sich so viele größtenteils fremde Menschen für ihr Leben bzw. für ihren Style interessieren. Dann fügt sie bescheiden an: „Natürlich fand’ ich es cool, als ich Ende letzten Jahres die 100.000er-Follower-Grenze geknackt habe.“

Ins Business einfach reingerutscht

Laura Henning hatte es nicht geplant, eine erfolgreiche Influencerin, also eine Werbe- oder Markenbotschafterin zu werden. „Ich bin da vor knapp drei Jahren einfach reingerutscht, in einer Zeit, als das Thema noch nicht so groß war.“

Vermutlich die Erklärung ihres Erfolges – der Markt war 2017 noch nicht so überschwemmt von Menschen, die auf Instagram ihr halbes Leben posten.

Wie die ersten Schritte auf ihrem Weg zu einer angesagten Influencerin aussahen? „Unspektakulär“, lacht die junge Frau. „Ich habe mich schon immer gern von meinen Freundinnen fotografieren lassen. Ohne Bildbearbeitung, davon hatte ich keine Ahnung.“ Doch bevor sie mit diesem „Instagram-Kram“ begonnen habe, hätte sie „für normale Fotos“ posiert.

Posts werden in Gruppen geteilt

Ein befreundeter Fotograf hätte sie gefragt, ob sie mal Lust auf ein professionelles Shooting habe. „Das war im Mai 2015. Wir waren in Düsseldorf in einem Park, hatten fantastisches Wetter mit schönem Licht.“ Ab diesem Zeitpunkt kam der Ball ins Rollen. Es folgten Shootings für Fashion-Labels, „dann fing ich irgendwann mit Instagram an, die Posts wurden in verschiedenen Gruppen geteilt und ich bekam ­immer mehr Follower.“

Ein glücklicher Zufall: Laura Henning jobbt als Aushilfe in einem Einzelhandelsgeschäft in Essen, „bei EMP, einem Store, in dem Merchandising-Produkte von Rockbands, Tonträger und Mode verkauft werden“, erklärt die 21-Jährige. „Der Store gibt auch ein Magazin heraus und dafür model ich.“ Meist finden die Shootings für das Fanartikel-Fachblatt in Lingen im Emsland statt.

„Ranzige Ecken“ bevorzugt

Ihre Lieblings-Foto-Shooting-Plätze? Laura Henning überlegt kurz: „Keine schicken Hochglanz-Stätten, eher Orte wie der Landschaftspark in Duisburg, die Zeche Zollverein in Essen oder die Jahrhunderthalle in Bochum. Und Unorte find’ ich cool. Ranzige Ecken, verlassene Stellen – die haben ‘was Besonderes.“

Und in Hagen? Das Schlachthofgelände in Wehringhausen sei für Instagram-Fotos super. „Und vor allem frei zugänglich. Ich shoote nirgendwo illegal. Ich klettere nicht auf Brückengeländer und turne nicht auf Gleisen herum. Schließlich will ich junge Leute nicht zu so einem Blödsinn verleiten. Als Influencerin hat man auch eine Vorbildfunktion.“ Daher mache sie auch keine Werbe-Posts für Alkohol und Zigaretten.

Erst Praktikum, dann Studium

Zukunftspläne? Derzeit macht die junge Frau ein Praktikum in einer Medienagentur in Düsseldorf, danach möchte sie Medienwissenschaften oder Sozialarbeit studieren.

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