Stadtentwicklung

Idee in Hagen: Hasper Kreisel öffnen, Meister-Platz bebauen

Der Innenhof des Hasper Kreisels könnte sich zu einer grünen Oase mit gastronomischem Treffpunkt entwickeln. Das verbaute Areal müsste mit einem Konzept aus einem Guss wachgeküsst werden.

Der Innenhof des Hasper Kreisels könnte sich zu einer grünen Oase mit gastronomischem Treffpunkt entwickeln. Das verbaute Areal müsste mit einem Konzept aus einem Guss wachgeküsst werden.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Haspe.  Um dem Hasper Zentrum neue Impulse zu verleihen, denkt Bezirksbürgermeister Thieser unter anderem an eine Bebauung des Ernst-Meister-Platzes.

Die leeren Schaufenster rund um den Hasper Kreisel, am Hüttenplatz und entlang der Voerder Straße sind auch während des Hasper Lichterspektakels kaum zu übersehen. Das Einzelhandelsangebot im Zen­trum des Hagener Westens wird dünner – ein Erosionsprozess, der sich noch verschärfen könnte, sobald in Westerbauer auf der ehemaligen Brandt-Brache das neue Einzelhandelszentrum öffnet und die Kundschaft absaugt. „Wir müssen deshalb den Fokus unbedingt auf die Mitte richten“, skizziert Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser die vordringlichste politische Herausforderung für die gesamte Hasper Bezirksvertretung, „der Schwerpunkt der künftigen Entwicklung muss auf der Innenstadt liegen.“ Dabei denkt er nicht bloß an eine Bebauung des Ernst-Meister-Platzes, sondern auch an eine Öffnung und Belebung des oft vergessenen Kreisel-Innenhofes.

Beide Vorstöße werden durch das von der Stadt in Auftrag gegebene „Handlungskonzept Wohnen“ ausdrücklich untermauert. Die Standortanalyse des Dortmunder Instituts für Raumforschung & Immobilienwirtschaft (IRI) kommt zu dem Ergebnis: „Für die Aufwertung der Hasper Innenstadt ist es erforderlich, den Ernst-Meister-Platz in die Planungen mit aufzunehmen.“

Als Park- und Kirmesfläche zu schade

Für das Experten-Team um IRI-Geschäftsführer Michael Heinze und den Wuppertaler Hochschullehrer Prof. Dr. Guido Spars ist der 8000 Quadratmeter große Platz viel zu schade, um ihn ausschließlich als Parkplatz- und Kirmesfläche zu betrachten. Stattdessen empfehlen die externen Profis, das Areal für innovative Wohnformen – beispielsweise Mehrgenerationenhäuser, barrierefreie Konzepte oder auch Wohngemeinschaften – zu nutzen: „Dies würde eine Aufwertung für das gesamte Hasper Zentrum bedeuten“, unterstreicht auch Thieser.

Gleichzeitig erinnert er daran, dass die Bezirksvertretung bereits vor drei Jahren die Verwaltung beauftragt habe, für den Raum zwischen Kurt-Schumacher-Ring und Berliner Straße sowie zwischen Nordwest und der Tillmannsstraße ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten. „Wir müssen der Firma Stahlkontor entlang der Preußerstraße Entfaltungsmöglichkeiten aufzeigen, wir müssen wissen, wie es dort mit den HGW-Häusern weitergeht, aber nichts ist bislang passiert. Ebenso brennen uns die potenziellen Kirmes-Flächen im Ennepe-Park sowie die Zukunft des Hasper Stadtparks entlang der Ennepe unter den Nägeln“, hat er jüngst bei einem Stadtrundgang mit Henning Keune, dem neuen Baudezernenten, deutlich gemacht, wo in Haspe akuter Handlungsbedarf besteht.

Treffpunkt am Ufer des Hasper Bachs

Als zukunftsweisend betrachtet Thieser zudem die Idee, das Innere des Hasper Kreisels als öffentliche Grünfläche zu entwickeln, wo sich die Bürger am Ufer des freigelegten Hasper Baches – begleitet durch entsprechende gastronomische Angebote – treffen können. Während die Blockrandbebauung sich im Besitz von 19 Einzeleigentümern befindet, müssten für die Entkernung und punktuelle Öffnung des Kreisel-Innenhofes lediglich sieben Immobilienbesitzer ins Boot geholt werden.

„Für ein solches Projekt muss allerdings ein Quartiersmanager her, der die erforderlichen Gespräche koordiniert“, fordert Thieser. Auch für eine solche Funktion gebe es Förderprogramme. Der Bezirksbürgermeister erwartet, dass die Stadt endlich wieder Mittel für Investitionen in Stadtentwicklung in den Bezirken zur Verfügung stellt: „Vielleicht kann sich ja auch der RVR mal an einem solchen Entwicklungsprojekt beteiligen – Hagen hat dort, im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen, bis heute keinen einzigen Antrag gestellt.“

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