Ratten

Immer mehr Ratten tummeln sich vor und in Hagener Häusern

Hier soll die Ratte rein:  Eine Köderbox für Ratten liegt an einer Hauswand in der Roonstraße in Wehringhausen.

Hier soll die Ratte rein: Eine Köderbox für Ratten liegt an einer Hauswand in der Roonstraße in Wehringhausen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Experten der Stadt Hagen sehen ernste Gesundheitsgefahren und mahnen: „Kampf gegen Ratten ist immer Kampf gegen Müll“.

An der Roonstraße in Wehringhausen sind sie nicht zu übersehen: Rattenfallen stehen auf dem Bürgersteig und machen deutlich, dass hier ein Schädlingsproblem besteht. Nicht der einzige Fall in Hagen. „Ja, die Rattenpopulation ist gestiegen“, erklärt Stadtsprecher Michael Kaub. „Gründe dafür sind eine falsche Müllentsorgung beziehungsweise ein falsches Hygieneverhalten.“

Die Rattenfallen in der Roonstraße sind nicht auf direkte Anordnung der Stadt aufgestellt worden, gleichwohl kennt man dort den Fall. In oder an fünf Häusern an der Straße bestehe ein Rattenproblem. „Laut Aktenlage war das Müllproblem eine Ursache“, so Kaub.

Bei Problemhaus in Altenhagen zeigt Ultimatum Wirkung

Und so ist die Stadt an vielen Ecken und Enden aktiv, um gegen Müllproblematiken vorzugehen. Wie etwa in Altenhagen. Ein Hausbesitzer-Ehepaar hatte sich jetzt an die WP gewandt, da die Mieter seines Hauses ebenfalls unter Ratten zu leiden hatten, die im vermüllten Hinterhof des Nachbarhauses spazierten. Fotos dokumentieren dies.

Doch hier hat ein Ultimatum der Stadt mit der Androhung von Zwangsmaßnahmen offensichtlich Wirkung gezeigt. Noch vor der von der Stadt gesetzten Frist, den Unrat zu beseitigen, hat der Hausbesitzer den Hinterhof entmüllt. Das Besitzer-Ehepaar des Nachbarhauses hofft, dass dies nun von Dauer sein wird. In der Vergangenheit war es immer wieder zu Aufräum-Aktionen und genauso schnell wieder zur Vermüllung gekommen. So waren schon im September 2017 Ratten bei der Stadt gemeldet worden.

Ratten können Krankheiten übertragen

Und die nimmt die Stadt ernst: „Ratten können eine Reihe von Krankheiten durch Bakterien, Viren und Pilze übertragen – etwa über Kot und Urin“, so Stadtsprecher Michael Kaub. Zum Beispiel Leptospirosen, Hantaviren oder theoretisch auch die Pest. Fakt ist aber bislang: Meldungen über diese Krankheiten hat das Gesundheitsamt nicht.

Trotzdem lege man sehr großen Wert darauf, dass Ratten immer bekämpft werden. „Kampf gegen Ratten ist immer ein Kampf gegen Müll“, so Michael Kaub. „Somit muss zwingend dafür gesorgt werden, dass Müll nicht in den Bereichen herumliegt, in denen Menschen wohnen, und dass er nicht in Gärten in der Umgebung der Häuser, auf Spielwiesen oder auf Spielplätzen offen abgelagert wird.“

Gleichwohl: Bislang stand bei dem Haus in Altenhagen noch nicht im Raum, dass eine Unbewohnbarkeit nach Wohnungsaufsichtsgesetz von der Stadt ausgesprochen werden könnte. In mehreren Fällen hatte die Stadt dies bislang getan – unter anderem wegen Müllproblematiken, vor allem aber, wenn die Wasserversorgung wegen nicht bezahlter Rechnungen eingestellt worden waren.

Bewegung in Problemhäusern an Eugen-Richter-Straße

Zuletzt hatte die Stadt im Januar ein Haus an der Rehstraße in Wehringhausen für unbewohnbar erklärt, zuvor gab es neben Fällen in diesem Stadtteil auch Häuser in Altenhagen oder am Märkischen Ring in der Innenstadt, die die Bewohner verlassen mussten. Keines dieser Häuser ist inzwischen wieder von der Stadt für bewohnbar erklärt worden.

Allerdings gibt es zumindest in zwei Objekten, die für Schlagzeilen gesorgt hatten, Bewegung. In den zuletzt vorwiegend von Zuwanderern aus Südosteuropa bewohnten Häusern Eugen-Richter-Straße 98 und 102, die dem Opernsänger Horst Edel gehörten und die es wegen der schlimmen Wohnverhältnisse bis ins Fernsehen gebracht hatten, haben nach Informationen der Stadt neue Besitzer, die dort aktuell auch sanieren: Von denen gebe es noch keinen Antrag, die Unbewohnbarkeit wieder aufzuheben, so Michael Kaub. Die Stadt habe aber Kontakt zu den neuen Eigentümern.

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