Politik

Hohenlimburgerin ist Spitzenkandidatin für Europawahl

Renate Mäule aus Hohenlimburg ist Spitzenkandidatin der ÖDP in Nordrhein-Westfalen für die Europawahl 2019. Sie ist zudem stellvertretende Landesvorsitzende.

Renate Mäule aus Hohenlimburg ist Spitzenkandidatin der ÖDP in Nordrhein-Westfalen für die Europawahl 2019. Sie ist zudem stellvertretende Landesvorsitzende.

Foto: ÖDP

Hohenlimburg.   Die Hohenlimburgerin Renate Mäule ist NRW-Spitzenkandidatin der ÖDP für die Europawahl. Zum Sitz in Brüssel wird es aber wohl kaum reichen.

Man kann die Geschichte mit Zahlen beginnen. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) hat bei der vergangenen Europawahl im Jahr 2014 ganze 101 Stimmen im Hagener Stadtgebiet erreicht. Das waren 0,2 Prozent aller Stimmen. Bundesweit waren es 0,6 Prozent. Sie ist also in Hagen wie in der ganzen Republik das, was man eine Splitterpartei nennen könnte.

Man kann die Geschichte aber auch so beginnen: Renate Mäule freut sich auf den kommenden Europawahlkampf. Auf Infostände in den Fußgängerzonen, auf Diskussionen. „Ich freue mich auf jedes Gespräch, in dem ich für Veränderungen werben kann.“ Denn die Hohenlimburgerin ist Spitzenkandidatin der ÖDP für ganz Nordrhein-Westfalen, wenn in 199 Tagen ein neues Europaparlament gewählt wird.

Erst seit 2017 in der Partei

Damit ist sie trotzdem noch weit davon entfernt, auch tatsächlich einen Sitz im Brüssler Parlament zu erringen. Zwar gibt es keine Fünf-Prozent-Hürde für die Europawahl und tatsächlich ist die ÖDP schon jetzt mit einem Abgeordneten im Europaparlament vertreten. Doch auch als NRW-Spitzenfrau steht sie bundesweit nur auf Platz neun der Kandidatenliste.

Renate Mäule, die seit fünf Jahren in Henkhausen lebt und als technische Einkäuferin in einem Unternehmen arbeitet, hat trotzdem gekämpft um diese Spitzenkandidatur und sich gegen Mitbewerber durchgesetzt: „Weil ich etwas von meinen Zielen erreichen will. Wenn ich sehe, was unser ÖDP-Europaabgeordneter in den vier Jahren schon geschafft hat, dann sehe ich, dass die ÖDP etwas verändern kann.“

Dabei hat die gebürtige Stuttgarterin eine beachtliche Karriere innerhalb der Partei hingelegt. Politisch interessiert war sie schon lange: „Eigentlich mein ganzes Leben lang.“ Einer Partei hatte sie sich aber zuvor nie angeschlossen. Erst vor der NRW-Landtagswahl 2017 beschäftigte sie sich genauer mit den Programmen der Parteien und stieß dabei auch auf das der ÖDP. Dass dieser keinerlei Chance eingeräumt wird, bei Bundes- oder Landtagswahlen die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen, war ihr nicht so wichtig: „Mich hat sofort angesprochen, dass das Eintreten für die Umwelt absolut im Vordergrund steht“, sagt die 53-Jährige.

Das nehmen auch die Grünen für sich in Anspruch, sogar mit großem Erfolg. Warum hat sie sich nicht diesen angeschlossen? „Der Punkt, der für mich ganz entscheidend war: Die ÖDP nimmt keinerlei Spenden von Firmen an“, erklärt Renate Mäule. „So soll Einfluss der Wirtschaft auf die Gesetzgebung durch Lobbyismus verhindert werden.“

Schnell Vize-Landesvorsitzende

Ohnehin, so sagt Renate Mäule, sei ihre Einstellung zu unserer heutigen Art des Wirtschaftens mit den Jahren immer kritischer geworden: „Nicht immer schneller, größer, weiter. Es muss ein nachhaltiges Wirtschaften geben, das gelegentlich auch bedeuten kann, dass wir auf Konsum verzichten“.“

In Hagen selbst gibt es noch nicht einmal einen ÖDP-Stadtverband. Aber im benachbarten Wetter treffen sich ÖDP-Mitglieder regelmäßig, ihnen hat sie sich angeschlossen . „Mich hat sofort begeistern, wie umsichtig und verantwortungsbewusst da junge Leute tätig waren“, sagt Renate Mäule. Und ihre parteiinterne Karriere ist erstaunlich: Schon nach wenigen Monaten Mitgliedschaft wurde sie stellvertretende Landesvorsitzende, nun auch noch Spitzenkandidatin für Europa: „Ich habe schon allein durch meine beruflich internationale Tätigkeit das Anliegen, mich für Europa einzusetzen. Und dieses Engagement passt derzeit auch in mein Privatleben.“

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