Gesammelte Aufzeichnungen

Hohenlimburg: Wetterdaten reichen bis 1891 zurück

Viele Wolken über der Innenstadt von Hohenlimburg. Das Wetter vor Ort lässt sich mehr als hundert Jahre zurückverfolgen.

Viele Wolken über der Innenstadt von Hohenlimburg. Das Wetter vor Ort lässt sich mehr als hundert Jahre zurückverfolgen.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Das Wetternetz Hagen besitzt Aufzeichnungen über den Regen in Hohenlimburg seit 1891. Was sagen uns die Daten heute?

Ein Regenschirm ist in dieser Zeit des Öfteren notwendig, wenn man trockenen Fußes durch Hohenlimburg spazieren wollte. Wer wissen will, ob dass vor hundert Jahren genauso war, kann recherchieren: Bis ins Jahr 1891 zurück reichen Aufzeichnungen über den Regen vor Ort. Seither zeichneten Hohenlimburger die gefallene Menge für den Deutschen Wetterdienst auf. Täglich. Ehrenamtlich. „Dazu gehörte sehr viel Selbstdisziplin“, findet Bastian Rissling, Wetternetz Hagen. „Die Leute haben zwar eine Aufwandsentschädigung bekommen, aber die war gering.“

Bis 1974 sammelten die Hohenlimburger Wetterdaten, als Teil eines bundesweiten Netzwerkes. Damit die Ergebnisse vergleichbar waren, wurde der Niederschlagsmesser vom preußischen Meteorologen Gustav Hellmann genutzt. Im Jahr 2014 hat das Wetternetz Hagen dann wieder eine Station in Hohenlimburg aufgestellt. Die fehlenden 40 Jahre dazwischen, die auf dem Diagramm rechts zu sehen sind, kommen von der Messstation in Fley. „Die Unterschiede beim Wetter sind da nicht so gravierend, es handelt sich um wenige Kilometer Luftlinie.“ Was lässt sich aus der Datenreihe erkennen?

Kaum mehr Regen

Zunächst, dass es heute kaum weniger regnet als damals. „Es ist ein bisschen mehr geworden, aber nur marginal“, so Rissling. Die Menge blieb also etwa gleich – aber nicht die Verteilung innerhalb des Jahres. Während der Regen einst besonders in der ersten Jahreshälfte fiel, regnet es heute zunehmend erst ab den Herbstmonaten.

Und das hat Folgen: „Wenn das Wasser dringend benötigt wird, ist es nicht da“, so Rissling. Denn gerade im Frühjahr bräuchte die Natur den Regen.

Und wie sieht es mit lokalen Phänomenen aus? „Hohenlimburg profitiert manchmal vom Sauerland-Föhn“, sagt Rissling. Heißt: Warme Luft, dank der leichten Berghänge. Spürbar wird dies aber nur vereinzelt. Wie im Oktober 2018, als hier 28,9 Grad gemessen wurden – die höchste Temperatur, die es je an einem Oktobertag in Hagen gab.

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