Attraktivität des Ortskerns

Hohenlimburg: Kritik an geplantem Standort für Spielgeräte

Ein Wipptier vor der Zufahrt zum Neuen Markt. Dieser soll nach aktuellem Stand durch neue Spielgeräte mit Kindern belebt werden.

Ein Wipptier vor der Zufahrt zum Neuen Markt. Dieser soll nach aktuellem Stand durch neue Spielgeräte mit Kindern belebt werden.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Seit fünf Jahren sucht die Bezirksvertretung nach einem neuen Standort für Spielgeräte. Auch der aktuelle Vorschlag sorgt für Kritik.

Sie heißen etwa „Irrgarten“ und „Tanzschule“ und sorgen für Diskussionen am Neuen Markt. Denn Spielgeräte wie diese sollten hier ursprünglich schon im Frühsommer aufgestellt werden und dadurch künftig mehr Kinder in den Ortskern ziehen – so der Wunsch in den Fraktionen der Bezirksvertretung. Derweil lässt die Umsetzung weiter auf sich warten. Und die Anfänge der Initiative reichen schon zurück in die Zeit, als es auf dem Brucker Platz noch keine Parkplätze gab. Was einst als einfache Idee begann, entpuppt sich immer mehr als knifflige Aufgabe mit vielen Fallstricken.

Die Ausgangslage

„Als am Brucker Platz eine Parkfläche entstehen sollte, hat die Bezirksvertretung beschlossen, mehrere Spielgeräte als Ersatz auf einen neuen Standort zu übertragen“, blickt Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss auf die Ausgangslage vor rund fünf Jahren zurück. Die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltet sich jedoch als schwierig. Wo sollen die Spielgeräte genau stehen?

Das Problem

Zuletzt fiel die Wahl auf den Marktplatz Gaußstraße. „Wir waren oft auf dem Platz und haben mögliche Standorte diskutiert“, so Voss. Favorit war die Ostseite auf Höhe Lohmannstraße 10. Diesen wies die Stadtverwaltung allerdings zurück. Der Grund: Die dort vorgesehenen Wipptiere brauchen laut neuer Gesetzgebung einen Fallschutz aus Gummigranulat, der von Fahrzeugen nicht befahren werden dürfe – so heißt es in einen Schreiben zur BV-Sitzung Ende Mai. Die dafür benötigte Fläche sei auf dem Neuen Markt nicht gegeben, würde sich „wie ein Riegel“ zwischen Marktplatz und Geschäftshaus schieben.

Verbunden mit der Absage war ein Alternativvorschlag: Zwei kleinere Spielgeräte, „Irrgarten“ und „Tanzschule“, die keinen Fallschutz benötigen und an der Westseite des Neuen Marktes neben der Zufahrt zum Innenhof platziert werden. Eine Lösung, die nicht vollends auf Zustimmung trifft. „Es ist für die Kinder schon wichtig, dass auch ein Bewegungsspiel dabei ist“, verweist Voss etwa auf ein Steh-Karussell, das er sich am Neuen Markt gut vorstellen könnte. So läuft aktuell alles auf eine größere Lösung mit drei Spielgeräten inklusive Bewegungsspiel oder einer Variante mit zwei kleineren Spielgeräten hinaus. „Wir sind in der internen Planung“, sagt Michael Kaub, Sprecher der Stadt Hagen. „In der Angelegenheit müssen viele Faktoren berücksichtigt werden.“

Die Skeptiker

Wie schwierig der geplante Standort für Spielgeräte offenkundig ist, zeigen Gespräche vor Ort. So sind ansässige Gastronomen wenig begeistert von der Idee, Spielgeräte auf den Platz zu bauen. „Ich fände es nicht gut, wenn Kinder spielen und gleichzeitig daneben geraucht und Alkohol getrunken wird“, sagt etwa Beatrix Schötz, die gegenüber des angedachten Standortes das „Limmeg“ betreibt. „Außerdem sollte man Spielgeräte nicht vor einem leerstehenden Ladenlokal aufstellen“, kritisiert Schötz den Standort. „Was passiert, wenn der neue Eigentümer eine Außengastronomie aufbauen möchte?“

Skepsis auch bei Claudia Krämer, Inhaberin der Kneipe „Klamotte“ auf der anderen Seite des Platzes: „Hier halten sich keine Kinder auf“, sagt Krämer und verweist stattdessen auf die Hohenlimburger Freiheit. „Dort ist ein geeigneter Platz für die Spielgeräte. Da gibt es für die Kinder in direkter Nähe sogar eine Eisdiele.“

Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss zeigt sich offen für neue Vorschläge: „Und wenn allzu großer Widerstand kommt, werden wir darauf natürlich Rücksicht nehmen.“.

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