Unfallgefahr

Hohenlimburg: Anwohner wollen Lkw-Verkehr einschränken

Nadelöhr: Die Lenneuferstraße dient seit Jahren als direkte Verbindung zu den Speditionen und Industriebetrieben in Oege und Nahmertal. Doch der Verkehr nimmt stetig zu, sagen die Anwohner

Nadelöhr: Die Lenneuferstraße dient seit Jahren als direkte Verbindung zu den Speditionen und Industriebetrieben in Oege und Nahmertal. Doch der Verkehr nimmt stetig zu, sagen die Anwohner

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Anwohner der Lenneuferstraße kämpfen mit den Folgen des LKW-Verkehrs vor ihrer Haustür. Dieser steige stetig an.

Ab 5 Uhr morgens geht es los, erzählt Cemil Kazankaya. „Da fahren dann die Lkw in einer Tour vorbei“. Kazankaya ist Besitzer eines Kiosks direkt an der Lenneuferstraße. Er ist einer von vielen Anwohnern dort, die inzwischen reichlich frustriert auf den Verkehr blicken, der täglich vor ihren Haustüren über die Straße brettert. Sie wissen, dass dieses Thema nicht neu ist.

Situation verschärft

Anwohnerin Sonja Hatscher hat alte Zeitungsartikel von 2008 gefunden, die den Frust über den Lkw-Verkehr an der Lenneuferstraße erstmals aufgriffen. Tenor: „Es muss immer erst etwas passieren“. Doch die junge Mutter sagt auch: „Es wird immer schlimmer.“ Der Verkehr, den die Industriebetriebe und Speditionen in Obernahmer und Oege mit sich bringen, hat für die Anwohner an dem vorgelagerten Nadelöhr seinen Preis. Blechschrammen und abgefahrene Spiegel, die vorbeifahrende Lkw hinterließen. Eine Darstellung, die sich mit den Beobachtungen der Polizei nicht deckt. Zwar sei die Straße sehr eng und wegen des Lkw-Verkehrs hoch frequentiert, sagt Polizeisprecher Tino Schäfer. „Aus polizeilicher Sicht sind uns aber keine Auffälligkeiten bekannt.“

In den vergangenen zwei Monaten etwa seien keine Unfälle, Fahrerflucht und Sachschäden für die Lenneuferstraße verzeichnet. Auch die Stadt Hagen stuft die Straße als ausreichend breit für Lkw im Begegnungsverkehr ein. Mit dem Bau der Stennertbrücke habe man damals bewusst diese wichtige Verbindung ins Nahmertal neu geschaffen. Durch den Bau der Brücke über die Bahngleise führe die weitere Verkehrsführung konsequenterweise über die Lenneuferstraße weiter ins Nahmertal. „Eine Route über die Oeger Straße auf der anderen Lenneseite ist aufgrund des Bahnübergangs nicht als Alternative geeignet“, sagt Franziska Michels, Sprecherin der Stadt.

Thema in der Politik

Aussagen, die Anwohnern wie Sonja Hatscher bekannt sind – und die sie verärgern. „Ich habe das Gefühl, dass die Unfallgefahr in unserer Straße, von den behördlich Zuständigen irgendwie nicht beachtet werden will“, sagt Hatscher. Ein Nachbar habe erzählt, dass ihm schon mehrmals der Spiegel seines parkenden Autos zur Straße hin beschädigt worden sei und er diese Sachschäden auch der Polizei zu Protokoll gab, diese allerdings nichts für ihn tun konnte. „Und das Thema Fahrerflucht scheint mir in den Lenneuferstraße allgegenwärtig.“ Noch seien es nur Sachschäden, „aber die Gefahr für Leib und Leben besteht für mich eindeutig.“

Das Anliegen war schon häufig Thema in der Bezirksvertretung, zuletzt noch im Sommer. Vor Jahren wurde die Straße von der 50- zur 30er-Zone ausgeschildert. Auch die Geschwindigkeit werde in beide Fahrtrichtungen regelmäßig gemessen, heißt es von der Stadt. Gebessert hat sich die Situation in den Augen der Anwohner nicht. Sie fordern weiter ein Lkw-Verbot für die Straße, sodass der Verkehr über die Oeger Straße geleitet wird. Auch ein stationärer Blitzer oder größere Tempo-30-Markierungen auf der Fahrbahn könnten vielleicht helfen, sagen die Anwohner. „Wir wohnen eigentlich alle gerne hier in der Straße“, sagt Sonja Hatscher, „wenn die Straße nicht wäre.“

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