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Hitzefrei: An geordneten Unterricht in Hagen nicht zu denken

09. Mai 2019, Hagen Helfe. Gesamtschule Helfe / Fritz Steinhoff Gesamtschule -

09. Mai 2019, Hagen Helfe. Gesamtschule Helfe / Fritz Steinhoff Gesamtschule -

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Boloh/Helfe.  Hagens Schulen schicken die Schüler eher nach Hause. Damit reagieren Schulleitungen auf die andauernde Hitze.

Es ist heiß. Richtig heiß. So heiß, dass in den Hagener Schulen an einen geordneten Unterricht nicht mehr zu denken ist. Folge: hitzefrei. Zumindest für Grundschüler und all jene, die die Unterstufe oder die Mittelstufe einer weiterführenden Schule in Hagen besuchen. Die meisten Oberstufenschüler müssen schwitzen – nicht nur über ihren Klausuren. Sie – so will es das Gesetz – sind von der Sonderregelung, die ab 25 Grad Innentemperatur greifen kann, ab 28 Grad greifen sollte, generell ausgenommen.

Beispiel Grundschule Boloh: 33 bis 36 Grad beträgt die Temperatur in den Klassenräumen. Deshalb hat Schulleiterin Henrike Beckenbach verfügt: Nach der vierten Stunde findet in dem Gebäude kein Unterricht mehr statt. „Ausgenommen sind lediglich die Kinder, die Schwimmunterricht haben und eine Klasse, die die Busschule der Hagener Straßenbahn besucht“, so die Rektorin. Der Grund liegt auf der Hand: „Die Kinder sind kaputt, sie sind müde, einigen wird bei der Hitze sogar schlecht.“

Abkühlung im Verwaltungstrakt

An einen normalen Unterricht ist da nicht zu denken. „Kinder, die über Unwohlsein klagen, holen wir in unseren Verwaltungstrakt“, so Henrike Beckenbach. „Da ist es deutlich kühler.“

Auch eine Betreuung der OGS-Kinder sei gewährleistet. Auch wenn Eltern ihre Kinder nach der vierten Stunde nicht in Empfang nehmen könnten, würden die Kinder weiterhin in der Schule bis zum regulären Unterrichtsende beaufsichtigt.

Alles anders ist auch an der größten Hagener Schule, an der Gesamtschule Helfe: „Wir haben unsere Stunden von 60 auf Minuten reduziert“, so Schulleiter Andreas Mönig. Eine Regelung, die sich organisatorisch nur umsetzen lässt, wenn sämtliche Jahrgangsstufen – also auch die Oberstufe – einbezogen werden.

Kein Unterricht nach 13 Uhr

„Damit endet bei uns der Unterricht um 13 Uhr“, so Mönig, „am Nachmittag werden keine Stunden mehr gegeben.“ Diese ungewöhnliche Reglung bringe den Vorteil mit sich, dass so kurz vor den Ferien und vor den Zeugniskonferenzen trotz der Hitze weiterhin alle vorgesehenen Fächer unterrichtet werden. Auch an der Gesamtschule Helfe, die ja Ganztagsschule ist, sei eine Betreuung auch nach 13 Uhr gesichert. Bislang allerdings ein theoretischer Fall. In Anspruch genommen hat dieses Angebot noch niemand.

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