Verkehrskontrollen

Hagen: So oft hat der neue Tempo-30-Blitzer zugeschlagen

Sie blitzt und blitzt und blitzt: Die neue Radarfalle in der Finanzamtsschlucht in Hagen.

Sie blitzt und blitzt und blitzt: Die neue Radarfalle in der Finanzamtsschlucht in Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Sie blitzt und blitzt und blitzt. Der Trend der neuen Radarfalle in der Finanzamtsschlucht ist gut für die Stadtkasse – und ärgerlich für Fahrer.

Seit etwas mehr als drei Wochen ist der neue Blitzer in der Finanzamtsschlucht scharf gestellt. Auf dem Märkischen Ring werden an dieser Stelle all jene geblitzt, die sich nicht an das Tempo-30-Limit halten, durch das die Stickstoffdioxid-Werte an dieser Stelle gesenkt werden sollen. Auch wenn sich bei vielen Hagenern inzwischen ein Gewöhnungs-Effekt eingestellt hat: Noch immer wird es in der Finanzamtsschlucht in so kurzen Abständen hell, dass die Stadtkasse nur so klingeln muss. Und das ist auch so.

Zwar hat die Stadt bislang nur die beiden Start-Tage (18. und 19. September) ausgewertet, doch der Trend geht stark in die Dimensionen des Super-Blitzers auf der A 45 vor der Baustelle Lennetalbrücke. 816 Fahrer rauschten an den ersten beiden Tagen zu schnell an der scharfen Blitze vorbei.

Die meisten Verstöße werden noch ausgewertet

„Die meisten Verstöße der neuen Anlage am Finanzamt sind noch in der Auswertung, so dass noch keine Einnahmen genannt werden können“, erklärt Stadt-Pressesprecher Michael Kaub. Legt man laut bundeseinheitlichem Tatbestandskatalog die Mindest-Geldbuße von 15 Euro (bis 10 km/h) zugrunde, wären das nur an den beiden Start-Tagen 12.240 Euro für die Stadtkasse gewesen. Bei durchschnittlicher Überschreitung von 11 bis 15 km/h schon 20.400 Euro, weil dann 25 Euro fällig werden.

Hochgerechnet auf etwa 20 Werktage pro Monat kommen so weit über 200.000 Euro Einnahmen nur durch diesen Blitzer zustande, womit die Anlage in ihrer finanziellen Dimension an den „Super-Blitzer“ auf der A 45 herankommt, der im ersten Jahr satte sechs Millionen Euro „einblitzte“.

Super-Blitzer-Zahlen sind stark, aber rückläufig

Auch hier ist etwas mehr Ruhe eingekehrt. Die anfängliche Kritik an möglicher Abzocke der Stadt ist verhallt. Aus sechs Millionen Euro sind 1,7 Millionen Euro (58.504 Überschreitungen) im Jahr 2018 geworden. Und im Jahr 2019 spielte die Anlage bislang 875.000 Euro (31.418 Überschreitungen) ein. Sie wird demontiert, sobald die neue Lennetalbrücke fertig ist. Das ist 2020 geplant.

Neben der Blitz-Anlage an der A 45 und der neuen Radarfalle in der Finanzamtsschlucht gibt es weitere „alteingesessene“ Anlagen, die immer noch viel Geld für die Stadt Hagen bringen. Im Jahr 2018 spülten die damals an 27 Straßen im Stadtgebiet verteilten 33 stationären Blitzanlagen (mit dem neuen Blitzer am Finanzamt sind es nun 34) 3,6 Millionen Euro in die Kasse der Stadt Hagen. 2019 (Stand Mitte August) sind es bislang 1,9 Millionen Euro.

Knapp 120.000 Tempoverstöße in der ganzen Stadt

Insgesamt registrierten die Überwachungsanlagen im Jahr 2018 117.527 Geschwindigkeitsüberschreitungen, von denen jedoch nur 88.573 verwertbar waren und zur Verfolgung an die Bußgeldstelle weitergeleitet werden konnten. 28.954 Tempoverstöße blieben 2018 somit ungeahndet – aus verschiedenen Gründen. Da sind zum einen Motorradfahrer, deren Maschinen vorne kein Nummernschild tragen und die daher nicht identifiziert werden können. Aber auch Autofahrer kommen häufig ungeschoren davon, etwa wenn die A-Säule oder eine in der Windschutzscheibe platzierte Vignette das Gesicht des Fahrers verdeckt bzw. das Foto von zu schlechter Qualität ist.

Lukrativste Blitzstelle in Hagen war im Jahr 2018 die Säule am Boeler Ring, wo 2018 in Fahrtrichtung Schwerter Straße 14.816 Verstöße gegen die dort vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h regi­striert wurden. Das bedeutete Einnahmen von 376.250,30 Euro. Es folgten die Anlage an der Becheltestraße (18.840 Verstöße/314.176,50 Euro), an der Saarlandstraße in Fahrtrichtung Innenstadt (12.837/189.406), an der Saarlandstraße in Fahrtrichtung Hohenlimburg (10.054/145.272) und an der Eckeseyer Straße in Fahrtrichtung Vorhalle (10.571/141.295).

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