TV-Serie

Hagen-Haspe wird zum Star in RTL-Soap GZSZ

Haspe spielt in der RTL-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten eine Rolle: Katrin Flemming, gespielt von Ulrike Frank, sucht im fiktiven St.-Marien-Klinikum Haspe nach der Mutter der Betrügerin Laura Lehmann.

Haspe spielt in der RTL-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten eine Rolle: Katrin Flemming, gespielt von Ulrike Frank, sucht im fiktiven St.-Marien-Klinikum Haspe nach der Mutter der Betrügerin Laura Lehmann.

Foto: MG RTL DE

Haspe.   Der stolze Hagener Stadtteil Haspe spielt aktuell eine wichtige Rolle in der RTL-Daily-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Warum ist das so?

Es ist nur in Spiegelschrift zu lesen, aber Katrin Flemming kann es trotzdem entziffern: Hagen-Haspe. „Das ist im Ruhrgebiet“, sagt die von Ulrike Frank verkörperte Figur aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) auf Anhieb. In der RTL-Seifenoper spielt der Hagener Stadtteil aktuell eine wichtige Rolle.

Flemming hat durch Erpressung ihre Immobilienfirma und ihr Town­house an ihre Erzfeindin Laura Lehmann (Chryssanthi Kavazi) verloren. Nun sinnt sie auf Rache und will die leibliche Mutter der 25-Jährigen aufspüren, um sie gegen sie auszuspielen. Der entscheidende Hinweis schimmert auf der Rückseite eines abfotografierten Dokuments durch.

Kurzerhand fährt Flemming von Berlin in die Volmestadt. Normalerweise haben die Charaktere eher biografische Bezüge in andere Millionenstädte: Lauras Ehemann Felix kommt aus Hamburg, die Seefelds stammen aus München, Familie Ahrens ist aus Frankfurt in die Hauptstadt gezogen. Warum nun also ausgerechnet Hagen-Haspe?

„Wichtig war uns ein Ort im Ruhrgebiet, weil wir den Einschlag und die Färbung dieser Region nutzen wollten“, sagt GZSZ-Producer Damian Lott. Größere Ruhrpottstädte wie Dortmund, Bochum oder Duisburg seien „zu klassisch“ gewesen. „Hagen hat mit seinem Charakter, eine der kleineren Großstädte am Rand des Ruhrgebiets zu sein, eher unserer Idee entsprochen“, sagt Lott.

Oberbürgermeister erfreut

Diese Entscheidung stößt in der Stadt selbst auf Zustimmung. „Das ist eine gute Wahl“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz. Dass seine Heimat in der Serie als Kontrast zum „hippen“ Berlin herhalten muss, stört Schulz nicht. „Hagen ist bunt und lebenswert. Das weiß jeder, der sich ein bisschen intensiver bei uns umschaut“, sagt Schulz und betont: „Serien wie GZSZ sind keine Dokus, sondern ein Stück fiktive TV-Unterhaltung.“

Fiktiv ist etwa die Ortsangabe auf Lehmanns Geburtsurkunde. Zwar war „Hagen-Haspe“ ab der Eingemeindung 1929 tatsächlich auf solchen Urkunden zu lesen – allerdings nur bis 1972. Die Figur der Laura Lehmann soll wesentlich später geboren worden sein, nämlich am 17. Januar 1994. „1994 lautete die Bezeichnung für das Standesamt Hagen ,Hagen (I)‘. Auf realen Dokumenten dieser Zeit taucht also diese Bezeichnung auf“, sagt Stadtsprecher Thomas Bleicher.

Auch das Krankenhaus, in dem Flemming nach Lehmanns Mutter sucht, existiert nicht wirklich: „St.-Marien-Klinikum Haspe“ heißt es. Das klingt wie eine Mischung aus dem bereits 2016 geschlossenen St.-Marien-Hospital in der Hagener Innenstadt und dem Evangelischen Krankenhaus Haspe. Am „Mops“ wurde 2018 zumindest die Geburtshilfe eingestellt.

In Brandenburg gedreht

Davon haben die GZSZ-Macher erst nach ihrer Entscheidung erfahren. „Auf der einen Seite machte es für unsere Geschichte keinen großen Unterschied. Allerdings ist es auf der anderen Seite nie schön, von solchen Fällen zu hören, besonders wenn es mit Neugeborenen die kleinsten Mitglieder unserer Gesellschaft trifft“, sagt Lott.

Detailgetreu sind zumindest die HA-Kennzeichen, die in der Serie zu sehen sind. Gedreht wurde in Hagen bisher nicht. Die Außenaufnahmen wurden im brandenburgischen Werder (Havel) realisiert, die Krankenhausszenen im Studio Babelsberg in Potsdam. „Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass GZSZ für einen Dreh nach Hagen-Haspe kommt“, sagt Lott. Dem Hagener OB würde das nach eigener Aussage gefallen.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben