Geld

Hagen gehört zu 40 Städten mit geringstem Pro-Kopf-Einkommen

Die Hagener haben durchschnittlich wenig geld zum Ausgeben zur verfügung

Die Hagener haben durchschnittlich wenig geld zum Ausgeben zur verfügung

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Hagener haben vergleichsweise wenig Geld, das sie frei ausgeben oder sparen können. Das zeigt ein Vergleich von 324 westdeutschen Städten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Lebensstandard der Einwohner von Hagen bewegt sich, verglichen mit anderen Regionen in Deutschland, auf niedrigem Niveau. Wie eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergibt, lag das Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2016 in Hagen bei 19.774 Euro. Damit ist Hagen eine von nur 40 der 324 westdeutschen Städte und Kreise, die unterhalb der Marke von 20.000 Euro pro Kopf liegen. Im Osten Deutschlands überspringen nur sechs von 77 Kommunen die 20.000-Euro-Grenze.

Im Ruhrgebietsvergleich recht gut

Verglichen mit anderen Großstädten des Ruhrgebiets ist der private Wohlstand der Hagener allerdings noch relativ hoch. So liegt das durchschnittliche Einkommen in Gelsenkirchen (16.203 Euro), Duisburg (16.881), Herne (17.579) und Dortmund (18.946) noch niedriger. Mehr pro Nase zur Verfügung haben dagegen die Einwohner im Märkischen Kreis (24.137), im Ennepe-Ruhr-Kreis (24.220) und im Kreis Unna (20.806).

An der Spitze in Deutschland liegt der Landkreis Starnberg südwestlich von München, dessen Einwohner im Durchschnitt über ein Einkommen von 34.987 Euro verfügen. An zweiter Stelle folgen die Stadt Heilbronn (32.366 Euro) und der Hochtaunuskreis (31.612 Euro).

Unter den Großstädten liegt München (29.685) klar vor Stuttgart (25.012) und Düsseldorf (24.882), im Ruhrgebiet ist der durchschnittliche Wohlstand in Essen (20.159) am höchsten.

Für Konsum verwendbar

Beim durchschnittlichen verfügbaren Einkommen handelt es sich um die Summe, die übrig bleibt, wenn man alle Einnahmen – etwa aus Arbeit oder Vermögen, aber auch aus Sozialleistungen wie Kinder- oder Wohngeld – addiert und davon Steuern sowie Sozialabgaben abzieht. Es kann also für den Konsum verwendet oder gespart werden.

Nach den aktuellen, aber vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten die privaten Haushalte in ganz Deutschland 2018 pro Kopf 23.295 Euro zur Verfügung. Real, das heißt nach Abzug der Preissteigerung, sind das pro Kopf 12,3 Prozent mehr als im Jahr 2000. Die Regionaldatenbank für das Jahr 2016 zeigt, dass Hagen auch hier nicht sonderlich gut abschneidet. Vielmehr hat sich das reale Durchschnittseinkommen der Einwohner zwischen 2000 und 2016 um 1,3 Prozent verringert. Eine solche Rückwärtsentwicklung ist lediglich bei 33 von insgesamt 401 Städten und Kreisen in Deutschland zu verzeichnen. Am stärksten ist das pro-Kopf-Einkommen in Offenbach gefallen (minus 8,7 Prozent).

Die Studie offenbart also erhebliche Vermögensdifferenzen in Deutschland. Das Pro-Kopf-Einkommen in Starnberg liegt 15.213 Euro über dem von Hagen. Auch wenn es regional bedingte Unterschiede, etwa bei der Höhe der Steuern, geben mag, sind diese Zahlen frappierend.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben