Gesundheit

Hagen: AKH-Geriatrie sichert Lebensqualität der Patienten

Dr. Rainer Markgraf, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Agaplesion Allgemeinen Krankenhaus Hagen (li.), macht es vor: Bereits auf dem Flur der neuen Geriatrie-Station beginnt am "Barren" die Mobilisierung der Patienten. Dr. Andreas Schroeder, Medizinischer Geschäftsführer des Hauses (re.), ist froh, dass das Haus am Buschey jetzt auch interdisziplinär die Alterspatienten versorgen kann. 

Dr. Rainer Markgraf, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Agaplesion Allgemeinen Krankenhaus Hagen (li.), macht es vor: Bereits auf dem Flur der neuen Geriatrie-Station beginnt am "Barren" die Mobilisierung der Patienten. Dr. Andreas Schroeder, Medizinischer Geschäftsführer des Hauses (re.), ist froh, dass das Haus am Buschey jetzt auch interdisziplinär die Alterspatienten versorgen kann. 

Foto: Martin Weiske / WP

Hagen.  Mit einer eigenen geriatrischen Station möchte das Agaplesion Allgemeine Krankenhaus Hagen ältere Patienten noch zielgerichteter versorgen.

„Die Sorge, die Selbstständigkeit zu verlieren, ist bei alten Menschen größer als die Angst vor dem Tod“, lässt Dr. Rainer Markgraf keinen Zweifel, dass die Medizin gerade bei Patienten im fortgeschrittenen Alter zunehmend das Thema Lebensqualität in den Fokus rücken muss. Das Agaplesion Allgemeine Krankenhauses Hagen (AKH) reagiert auf diese Entwicklung jetzt mit der Eröffnung einer geriatrischen Station mit zunächst 24 Betten als Bestandteil der Klinik für Innere Medizin. „Dem Leben Jahre geben und den Jahren Leben geben“, fasst Chefarzt Markgraf die Philosophie seines Teams zusammen.

Denn eine optimale Versorgung älterer Patienten sei nur interdisziplinär und durch das konsequente Miteinander aller Fachabteilungen möglich: „Die Patienten werden bei einem in der Regel mindestens 14-tägigen Krankenhausaufenthalt von uns umfassend, also mit all ihren Erkrankungen gesehen und gemeinsam von allen betreffenden Fachkollegen behandelt“, betont der Chef der Klinik für Innere Medizin. „Dabei kümmern wir uns nicht bloß um die akute Erkrankung, sondern auch um die vielleicht im Hintergrund liegende eigentliche Ursache.“

Sicherheit für den Alltag danach

Stürzt beispielsweise ein betagter Patient im häuslichen Bereich und erleidet einen Oberschenkelhalsbruch, liegt das selten an der Falte im heimischen Berberteppich, sondern wird eher durch eine chronische Herz/Kreislauf-Erkrankung, Schwindel aufgrund von Verkalkungen oder Multimedikationen ausgelöst. Diese und ähnliche Faktoren werden auf einer geriatrischen Station gleich mitbetrachtet, um dem Patienten für seinen künftigen Alltag nach dem Krankenhaus-Aufenthalt die Sicherheit zurückzugeben. „Wir stellen hier seit Jahren einen deutlichen Bedarf fest“, betont Markgraf, der im Bereich der internistischen Klinik bereits seit 2011 das Prinzip der geriatrischen Funktionsbehandlung verfolgt.

Allerdings soll mit der neuen Station, die dem AKH nicht bloß eine zweite spezialisierte Oberärztin beschert, sondern das breite Angebot auch räumlich bündelt, das Niveau der Behandlung und der geriatrischen Funktionstherapie noch einmal auf ein deutlich höheres Level gehoben werden. „Je früher unser Training einsetzt, desto besser das Ergebnis“, verweist Markgraf auf die enge Verzahnung beispielsweise mit der Unfallchirurgie, wo die Therapie eines Sturzpatienten bereits im Krankenbett beginnt. Mit Hilfe von spezialisierten Physio- und Ergotherapeuten beginnt frühestmöglich die Funktionstherapie, die aber auch von Logopäden, Fachpsychologen und Sozialarbeitern, die beispielsweise von langer Hand den Entlassungsprozess einfädeln, begleitet wird.

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