Stadtentwicklung

Grundschule statt Discounter für Hagen-Wehringhausen

Die bisherige Idee, mit dem Abriss der Block-1-Wohnbebauung in Wehringhausen an der Minervastraße einen Discounter entstehen zu lassen, ist vom Tisch. Stattdessen soll an gleicher Stelle eine zweizügige Grundschule mit Turnhalle errichtet werden. In Kombination mit einer Kita entsteht somit ein Bildungsblock

Die bisherige Idee, mit dem Abriss der Block-1-Wohnbebauung in Wehringhausen an der Minervastraße einen Discounter entstehen zu lassen, ist vom Tisch. Stattdessen soll an gleicher Stelle eine zweizügige Grundschule mit Turnhalle errichtet werden. In Kombination mit einer Kita entsteht somit ein Bildungsblock

Foto: MIchael Kleinrensing

Wehringhausen.  Die Pläne für einen neuen Discounter in Wehringhausen sind vom Tisch. Stattdessen soll an der Minervastraße eine Grundschule entstehen.

Die Discounter-Pläne an der Minervastraße in Wehringhausen, für die die Wohnhäuser des „Block 1“ abgerissen werden sollen, haben sich erledigt. Stattdessen verfolgt die Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft (GWG) gemeinsam mit der Stadt Hagen die Idee, an gleicher Stelle eine zweizügige Grundschule mit Turnhalle entstehen zu lassen.

Unter dem Projekttitel „Terra 1“ möchte Oberbürgermeister Erik O. Schulz „einen Akzent in einem stark verdichteten Stadtteil setzen und dort einen Bildungsblock entstehen lassen. Denn unabhängig von aktuell laufenden Schulentwicklungsplanungen ist klar, dass im Bezirk Mitte Grundschulplätze fehlen.“ Darüber hinaus soll auf dem Areal des Wohnkarrees Minerva-/Ewald-/Gustav-/Lange Straße weiterhin eine sechszügige Kindertagesstätte entstehen, um auch hier den erheblichen Bedarf decken zu können.

Entwickelt wurde der Alternativvorschlag bereits im Frühjahr sowohl in Reihen der Allianz-Fraktionen als auch in den Büros der Schulverwaltung. Als jetzt auch noch eine Stellungnahme aus Arnsberg ins Rathaus flatterte, in der die Bezirksregierung – trotz eines anderslautenden Gutachtens des Investors – die Entstehung eines Discounters an dem Standort ablehnt, war das neue Ziel schnell definiert.

Absage aus Arnsberg

Die Kommunalaufsicht vertritt die Auffassung, dass die angedachte Einzelhandelsentwicklung nicht in einem zentralen Versorgungsbereich realisiert werde. „Wir stehen zwar auf dem Standpunkt, dass die Bezirksregierung sich auf dünnem Eis bewegt und man sich auch trefflich gerichtlich streiten könnte, doch das bringt uns nicht voran“, hält Christoph Rehrmann, Geschäftsführender GWG-Vorstand, den Bildungsblock für das schneller realisierbare Ziel. „Dies ist ein Projekt, das dem gesamten Stadtteil hilft“, betont der Immobilien-Manager, dass Wehringhausen weiterhin ein Discounter-Angebot fehle.

Eine erste planerische Einschätzung hat bereits deutlich gemacht, dass die Block-1-Fläche ausreicht, um neben einer Kita mit Außenspielbereich auch noch ein Schulgebäude mit Turnhalle und Schulhof entwickeln zu können. Rehrmann geht weiterhin davon aus, dass das Millionen-Projekt im vereinfachten Verfahren (§ 34) durchgezogen werden kann: „Kommt es zu einem kompletten B-Plan-Verfahren, mache ich die Akte zu.“ Sein Haus werde jetzt sofort in die Detailplanung einsteigen, um auf jeden Fall in diesem Jahr noch den Bauantrag stellen zu können. Die GWG geht bislang von einer zweijährigen Bauzeit aus, so dass voraussichtlich zum Schuljahr 2022/23 die ersten Kinder die künftige Außenstelle der Emil-Schumacher-Grundschule besuchen könnten. Die Kita könnte eventuell früher fertig werden.

Bürger erwarten enge Beteiligung

Wann es zu dem versprochenen Bürgeranhörungstermin kommt, ist derweil noch offen. Der Initiativkreis Wehringhausen, der über den Petitionsausschuss des Landtages eine engere Einbindung in den Gestaltungsprozess einfordert, sieht jetzt die Stadt in der Pflicht, für eine gelingende städtebauliche Integration der Bildungsblock-Pläne ins Wohngefüge des Quartiers zu sorgen.

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