Unfall

Von Transporter überrollte Hagenerin: Zustand ist stabil

Führerloser Transporter überrollt 17-Jährige in Hagen

Ein führerloser Transporter hat sich in Hagen in Bewegung gesetzt und eine 17-Jährige überrollt.

Ein führerloser Transporter hat sich in Hagen in Bewegung gesetzt und eine 17-Jährige überrollt.

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Hagen.   Ein führerloser Transporter hatte am Mittwoch eine 17-Jährige überrollt und lebensbedrohlich verletzt. Inzwischen ist ihr Zustand stabil.

Es waren dramatische Szenen am Mittwochabend in der Nähe des Emilienplatzes: Eine junge Frau wurde von einem führerlosen Lieferwagen auf dem Bürgersteig überrollt. Die 17-Jährige war gegen 17.50 Uhr zu Fuß auf dem Bürgersteig des Märkischen Rings unterwegs, als sie in Höhe der Ricarda-Huch-Schule von einem weißen Kleintransporter überrollt wurde.

Die Feuerwehr musste sie schließlich mit lebensgefährlichen Verletzungen unter dem Fahrzeug befreien. Und dann kamen die verzweifelten Familienangehörigen des Unfallopfers an den Unglücksort und mussten mit ansehen, wie die junge Frau mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen wurde. Zudem legte der schwere Unfall den Verkehr in der Innenstadt lahm.

Update: Zustand des Unfallopfers hat sich stabilisiert

Der Zustand der 17-Jährigen hat sich – Stand Donnerstagmorgen – leicht gebessert. "Sie liegt weiter auf der Intensivstation, der Zustand wird aber als stabil bewertet", so Polizeisprecher Michael Siemes.

Bei dem Fahrer handelt es sich um einen Paketzusteller, der dienstlich mit dem Mietwagen unterwegs war. Er wollte offensichtlich auf der andere Straßenseite (vom Kegelcasino in Fahrtrichtung Emilienplatz) ein Paket ausliefern. Wie Polizeisprecher Siemes bestätigt, hat sich das Fahrzeug auch auf dieser Seite selbstständig gemacht, ist dann führerlos über die vierspurige und viel befahrene Hauptverkehrsachse in Hagen gerollt und hat auf dem Bürgersteig der anderen Straßenseite die 17-Jährige erfasst.

Fahrer hatte Lieferwagen offenbar verlassen

Nach WP-Informationen hat der Fahrer nach dem Unfall ausgesagt, dass er den Peugeot-Lieferwagen verlassen habe. Er habe dann noch gemerkt, dass sich das Fahrzeug unkontrolliert in Bewegung setzte. Aufhalten konnte der Mann den Mietwagen eines großen Autoverleihers allerdings nicht. Er rollte den Berg hinunter und erfasste die 17-Jährige. Ob die Frau aus der ­Innenstadt kam oder in Richtung City unterwegs war, konnte Mittwochabend nicht geklärt werden.

Unfallzeugen versuchten 17-Jährige zu befreien

Die herbeigerufene Feuerwehr befreite die hilflose Frau schließlich mit zwei Lufthebekissen. Zunächst wurde sie in einem Rettungswagen versorgt, dann mit dem Hubschrauber, der mitten auf der großen Kreuzung gelandet war, in eine Dortmunder Klinik geflogen. Dass führerlose Fahrzeug war erst gegen die Stützwand eines Grundstücks und dann gegen einen Verteilerschrank der Telekom gefahren, der durch den Aufprall komplett zerstört wurde.

Der Fahrer des Lieferwagens und ein Zeuge erlitten einen Schock und mussten ärztlich behandelt werden. Und auch ein Teil der herbeigerufenen Familienangehörigen wurde von Rettungskräften versorgt. Sieben Betroffene – Ersthelfer sowie die Familie – wurden durch Seelsorger betreut.

Polizei fordert Gaffer zum Löschen von Handy-Fotos auf

Zahlreiche Passanten verfolgten derweil die Rettungsaktion. Teils zurückhaltend und schockiert. Teils waren aber auch „Gaffer“ vor Ort, die die Rettung im Detail mit ihren Handys fotografierten und filmten. Die Polizei forderte einige von ihnen auf, das Material sofort zu löschen und kontrollierte dies auch. Die Feuerwehr schirmte die Rettung mit Tüchern und Anti-Gaffer-Wänden ab.

Der Verkehr auf dem Emilienplatz – dem Hauptverkehrsknotenpunkt in der Innenstadt – ruhte für kurze Zeit komplett. Dann konnte zumindest die Abbiegespur in Richtung Landgericht freigegeben werden. Erst um etwa 20 Uhr lief der Verkehr wieder reibungslos. Polizeihauptkommissar und Einsatzleiter Thorsten Vieregge vor Ort: „Etwa 40 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sind hier im Einsatz.“ Die Höhe des Sachschadens ist noch unbekannt.

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