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Warum sich der Hagener Fachhochschul-Neubau weiter verzögert

Zukunftsmusik: So könnte der Neubau der Fachhochschule Südwestfalen auf dem Fernuni-Campus aussehen.

Zukunftsmusik: So könnte der Neubau der Fachhochschule Südwestfalen auf dem Fernuni-Campus aussehen.

Foto: Fachhochschule Südwestfalen

Hagen.   Die Entscheidung, die FH von der Haldener Straße auf den Campus der Fernuni zu verlegen, ist noch immer nicht gefällt. Die Studentenzahl wächst.

Ursprünglich hatte Prof. Claus Schuster gehofft, die Eröffnung des für den Fernuni-Campus angedachten Hochschul-Neubaus im Jahr des 200-jährigen Bestehens feiern zu können.

Inzwischen wäre der Rektor der Fachhochschule Südwestfalen froh, wenn im Jahr 2024 zumindest der Spatenstich erfolgen könnte: „Wenn es bis dahin nichts geworden ist, dann wird’s auch nichts mehr. Ich hatte auch gehofft, dass das schneller geht.“

Inzwischen geht der promovierte Ingenieur nicht einmal mehr davon aus, dass in diesem Jahr überhaupt eine Richtungsentscheidung getroffen wird.

Das klang vor Jahresfrist noch weitaus euphorischer. Im Frühjahr 2018 präsentierte Schuster der Öffentlichkeit erstmals Überlegungen, den baulich arg in die Jahre gekommenen FH-Standort an der Haldener Straße aufzugeben und stattdessen unweit der Fernuniversität einen Neubau hochzuziehen. Investitionsvolumen: zwischen 100 und 150 Millionen Euro.

Idee abgestimmt

Die Idee sei bereits mit dem NRW-Wissenschaftsministerium sowie den Verantwortlichen des federführenden Bau- und Liegenschaftsbetriebes Dortmund abgestimmt.

Seit diesem ersten medialen Aufschlag entwickelt sich das Projekt allerdings äußerst zäh.

„Wir sind massiv auf dem politischen Sektor unterwegs“, lässt Schuster keinen Zweifel, dass in Düsseldorf noch reichlich dicke Bretter gebohrt werden müssen. „Wir bauen zwar keinen Flughafen, aber es ist trotzdem viel Arbeit.“

Zunächst müsse ein Hochschulstandortentwicklungs­plan erstellt werden, der sei aber nach der Sommerpause fertig.

Höhere Priorität

Dennoch kann Schuster sich nicht des Eindrucks erwehren, dass in der Landeshauptstadt aktuell sicherheits- und sozialpolitische Fragen eine deutlich höhere Priorität genießen als bildungspolitische Themen. Außerdem lauere die gesamte Republik auf die finanziellen Ausflüsse des Hochschulpaktes: Sobald die Mittel aus diesem Milliarden-Programm sprudeln, möchte die Fachhochschule mit maßgeschneiderten Konzepten vorbereitet sein.

2800 Studenten an der FH

Eine weitere Steigerung der Studentenzahlen möchte der FH-Rektor sich gar nicht wünschen: „Wir bewegen uns schon seit Jahren im Notstand“, erinnert er daran, dass die Immobilie an der Haldener Straße einst für 1500 junge Frauen und Männer errichtet worden sei, zuletzt jedoch etwa 2800 Studenten gezählt wurden – 70 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Eine Sanierung des bestehenden 60er-Jahre-Baus während des laufenden Betriebes hält Schuster für ausgeschlossen, zumal der bestehende Standort keinerlei Spielräume für eine bauliche Erweiterung bietet.

Intelligentes Zusammenwachsen

Hingegen eröffne ein Neubau auf dem Campus die Chance, die beiden Hochschulen intelligent zusammenwachsen zu lassen und damit den gesamten Hochschulstandort Hagen erheblich zu stärken.

Beide Bildungsstätten hätten nicht bloß im Bereich der Forschung, sondern auch in puncto Mensa, Bibliothek, Hörsäle, Medientechnik und IT-Infrastruktur reichlich Potenzial, enger zusammenzurücken. Für einen solchen Neubau liegt der Fokus auf einer freien, landeseigenen Parzelle am Fernuni-Campus.

Das Grundstück in der Verlängerungsachse der bestehenden Komplexe hat eine leichte Hanglage und verfügt über die notwendige Größe, um den von der Fachhochschule Südwestfalen benötigten Flächenbedarf zu decken. Sogar eigene Pkw-Stellplätze könnten berücksichtigt werden.

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