Polizei

Eskalation: Polizisten reißen in Hagen Rentner vom Rennrad

Polizisten haben in Hagen einen Rentner von seinem Rennrad gerissen und mit Handschellen auf dem Boden fixiert. Der 70-Jährige will sich gegen das Vorgehen wehren.

Polizisten haben in Hagen einen Rentner von seinem Rennrad gerissen und mit Handschellen auf dem Boden fixiert. Der 70-Jährige will sich gegen das Vorgehen wehren.

Foto: Archiv

Hagen.   Einen Rennradfahrer (70) haben Polizisten in Hagen mit Handschellen gefesselt und zu Boden gedrückt. Sie halten das Vorgehen für gerechtfertigt.

Hat ein 70-jähriger Rentner einen Polizisten beleidigt und sich auch körperlich so heftig widersetzt, dass er zu Boden geworfen und mit Handschellen gefesselt werden musste? Das zumindest sagen Polizisten aus Schwerte, die für einen Einsatz an der Stadtgrenze verantwortlich waren. Der Rennradfahrer hingegen sieht den Vorfall anders.

„Man hat mich wie einen Schwerkriminellen behandelt. Ein Polizist hat mich vom Rad gezogen. Ich bin gestürzt. Er hat mir Handschellen angelegt, mich zu Boden geworfen, mir den Fuß in den Rücken gedrückt. Das war unverhältnismäßig.“

Vorwurf: Polizisten mehrfach beleidigt

Unstrittig ist: Mit seinem Fahrrad war der Rentner aus dem Hagener Norden am 16. Mai auf der Ruhrtalstraße unterwegs. Auf dem Radweg passiert er gegen 19.15 Uhr eine Unfallstelle und beobachtet, wie Lastwagen vor einer Straßensperrung wenden. „Ich habe einen Polizisten, der an der Ecke Ruhrtalstraße/Villigster Straße gestanden hat, darauf aufmerksam gemacht, dass man doch besser frühzeitiger auf die Sperrung hinweisen könne.“

Dann gerät die Situation aus den Fugen. Die Vorwürfe der Polizei: der Rentner habe einen abgesperrten Bereich betreten, nicht auf Ermahnungen reagiert. „Er hat die Kollegen mehrfach beleidigt“, so Polizeisprecherin Vera Howanietz, „als Polizisten versucht haben, seine Personalien festzustellen, hat er sich losgerissen.“ Er sei gestoppt und zu Boden gebracht worden. Eine Anzeige wegen Beleidigung und Widerstands sei geschrieben.

Helm nach Sturz nicht mehr zu gebrauchen

Beleidigend sei er geworden, gibt der Rentner zu. „Allerdings erst, nachdem ein Polizist zu mir gesagt hat, ich solle mich verpissen.“ Gegen die Feststellung der Personalien habe er sich nicht gewehrt. Er habe, nachdem die Beamten ausfallend geworden wären, weiterfahren wollen. Daraufhin habe ihn ein Polizist vom Rad gerissen. „Ich habe einen blauen Fleck“, so der Rentner, „mein Helm ist nach dem Sturz hinüber.“ Ein vorbeifahrender Arzt habe ihm Hilfe angeboten. Doch den hätten die Polizisten einfach weggeschickt.

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