Kommentar

Eine Frage der Verantwortung

WP-Redakteur Martin Weiske

WP-Redakteur Martin Weiske

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Bedeutet das Verbot von Steingärten einen Eingriff in die Freiheiten der Bürger? Redakteur Martin Weiske meint, dies sei verhältnismäßig.

Natürlich handelt es sich um eine massive Einmischung in die Privatsphäre, wenn eine Stadt Vorschriften formuliert, wie die Gartengestaltung ihrer Bürger auszusehen hat. Ähnliches tut die Gemeinde ja auch bei Neubaugebieten, wenn es um Geschosshöhen, Dachfarben und Gauben geht. Niemand ist gezwungen, sich einem solchen Regelwerk zu unterwerfen. Wer’s nicht mag, muss halt woanders sein Eigenheim errichten.

Keine nachträglichen Bußgelder

Zudem gilt: Wer es bereits heute für angemessen hält, seinen Vorgarten zu schottern, braucht auch nicht zu fürchten, dass irgendein amtlicher Kontrolleur mit einem Bußgeldbescheid und einer Begrünungsverfügung vorbeikommt. Es bleibt lediglich die Ächtung durch jene Nachbarn, die sich sorgen.

Es gibt Alternativen

In Zeiten der Klimaerwärmung und des schleichenden Insekten- und Vogelsterbens muss sich jeder die Frage gefallen lassen, ob es nicht auch eine gesamtgesellschaftliche ökologische Verpflichtung gibt, die eigene Scholle nicht ausgerechnet als Gesteinswüste zu gestalten. Jeder Gartenprofi kennt reichlich Varianten, das Entree eines Grundstücks so anzulegen, dass die Natur zu ihrem Recht kommt, ohne dass es in übermäßiger Pflegearbeit ausartet.

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