Kunstgenuss

Die Ursprünglichkeit des Flusses fasziniert

Emanuel Napierala liebt das Arbeiten mit Steinen aus der Volme.

Emanuel Napierala liebt das Arbeiten mit Steinen aus der Volme.

Foto: Yvonne Hinz

Hagen.   Die Doppel-Ausstellung „Kunstgenuss“ wird am Mittwoch, 24. September, um 17 Uhr in Rummenohl eröffnet.

Ein merkwürdiger Termin. . . Ich treffe auf zwei Menschen, die einerseits absolut bodenständig sind, andererseits eine mystisch-spirituelle Seite haben. Die die ganze Welt zu kennen scheinen, aber seit zwei Jahren im beschaulichen Rummenohl leben. In einem um 1900 erbauten Haus, verwinkelt und durch alte Balken gestützt. Ein interessanter Vormittag – direkt an der Volme.

Es geht um Kunst. Um eine Ausstellung, die morgen eröffnet wird. Nichts Spannendes? Oh doch. Emanuel Napierala heißt der freischaffende Künstler, der morgen zum „Kunstgenuss“ einlädt. Um Steine aus der Volme, die er zu imposanten Skulpturen verarbeitet hat, zu präsentieren.

Fantastische Atmosphäre

Eine interessante Person: Emanuel Napieralas Familie hat italienische Wurzeln, er selbst wurde im Allgäu geboren. „Das Allgäu hat eine ähnliche Topographie wie Rummenohl“, urteilt der Mann in Bermuda-Shorts, der (aus später verständlichen Gründen) meistens auf Socken verzichtet. 18 Jahre hat er in Spanien gelebt, hat dort seine Leidenschaft für Bildhauerei entdeckt. „In den Wintern war ich allerdings meist für ein paar Wochen in Süd-Indien; gegen den Winter-Koller“, blickt Emanuel Napierala zurück, „dort kam ich mit der Feng-Shui-Philosophie in Kontakt“. Die asiatische Harmonielehre beeinflusst ihn noch heute; er ist als Feng-Shui-Berater tätig und lässt die Grundidee der Harmonisierung in seine Arbeiten einfließen.

Apropos Arbeit: Seit zwei Jahren lebt und arbeitet Emanuel Napierala mit Iris Kamp zusammen. Und das im beschaulichen Rummenohl, in einem Haus, dessen Garten direkt ans Volme-Ufer grenzt. „Die Atmosphäre des Flusses ist fantastisch. Ich mache nur ein paar Schritte und suche in der Volme geeignete Steine, die ich zu Skulpturen verarbeite“, erklärt er. Aha – daher die Bermudas und die Flip-Flops ohne Strümpfe. . .

Sandsteine ändern ihre Farbe

Die Steine aus der Volme, Sandsteine (Wacke genannt), seien ex­trem hart, vergleichbar mit Beton. „Und wenn ich die Steine poliere, ändert sich ihre Farbe. Die Metallanteile ­reagieren mit der Luft.“ Nein, fili­gran ginge es bei ihm nicht zu, lacht der sympathische Mann, „ich arbeite mit einem Bohrhammer mit Pressluft. Meine Skulpturen sind zum Teil über 220 Kilo schwer.“ Im Haus sowie auf dem Außengelände stellt Emanuel Napierala ab morgen 30 große und kleine Skulpturen aus.

Auch seine Lebensgefährtin Iris Kamp liebt das Leben an der Volme und die Ursprünglichkeit des Flusses. Sie präsentiert im Rahmen der Ausstellung kubistisch-abstrakte Gemälde und spirituell angehauchte Engelmotive.

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