Nachhaltigkeit

Die Hagener Familie, die seit fünf Jahren nur den Bus nimmt

Michael und Svenja Maleschka mit ihren Kindern vor der Bushaltestelle Eugen_Richter-Straße in Wehringhausen. 

Michael und Svenja Maleschka mit ihren Kindern vor der Bushaltestelle Eugen_Richter-Straße in Wehringhausen. 

Foto: Mike Fiebig

Wehringhausen.  Sie wollten das ernst nehmen mit der Nachhaltigkeit und gaben ihr Auto ab. Seit fünf Jahren bereuen die Maleschkas das nicht. Im Gegenteil.

Ewaldstraße in Wehringhausen, erster Stock. Lassen wir mal weg, dass es in diesem steilen Viertel ohnehin sehr schwierig ist, einen Parkplatz zu finden. Das ist nicht der Grund für die Entscheidung der Familie Maleschka – Michael (39), Svenja (34), Joko (4) und Nuri (1) – auf ein Auto komplett zu verzichten. „Wenn man nachhaltig leben möchte und wirklich zu einer Verkehrswende beitragen möchte, dann muss man eine Entscheidung treffen“, sagt Michael Maleschka. Und die heißt: öffentliche Verkehrsmittel. Was in Hagen doch richtig gut funktioniere.

Zugegeben, mit dieser Haltung sind die Maleschkas in der Unterzahl. Man muss schon lange suchen, bis man jemanden findet, der die ÖPNV-Anbindung, die Taktung, die Preise, die Zeit oder wenigstens eine dieser Komponenten gut findet. „Man wird immer etwas finden, was einem daran nicht passt“, sagt Svenja, Maleschka, die als Köchin im Allerwelthaus arbeitet, „aber viele Leute handeln einfach aus einer Bequemlichkeit heraus. So wird sich nichts verändern, ganz sicher.“

Manchmal aber auch eingeschränkt

Seit fünf Jahren verzichtet die vierköpfige Familie bereits auf ein Auto. „Wir wohnen mittlerweile recht zentral in Wehringhausen, vorher zwei Jahre auf dem Spielbrink, und arbeiten beide in der Stadt. Zu Fuß sind die Strecken gut zu laufen oder auch per Bus, wenn es mal schneller gehen muss. Einkaufen geht auch zu Fuß, da es genügend Supermärkte in Wehringhausen gibt. Ab und zu leihen wir uns von meinen Schwiegereltern das Auto oder beim Autovermieter für besondere Erledigungen, Großeinkäufe, Besuche bei Freunden und Verwandten, die weiter weg wohnen oder auch schon mal für den Urlaub. Wir haben zwei gemeinsame Kinder und ein Stiefkind, und sie sind es alle einfach gewohnt, dass nicht permanent ein Auto zur Verfügung steht. „Aber natürlich sind wir auch manchmal eingeschränkt, wenn es darum geht, sich mit Freunden irgendwo zu treffen, wo man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so schnell oder bequem hinkommt – oder manchmal auch gar nicht“, berichtet Svenja Maleschka von ihren Erfahrungen.

Für Urlaub Auto geliehen

An dem Tag, als die Redaktion die Maleschkas zu Hause besucht, steht übrigens ein Auto vor der Tür. Es geht nach Holland in den Urlaub. Das wäre auch per Zug möglich, in diesem Fall würden sie aber wirklich mal die bequemere Variante wählen.

„Es sind doch letztlich Kleinigkeiten“, sagt Michael Maleschka. „Es braucht doch gar nicht den totalen Verzicht. Wenn jeder in seinem Leben schon in bestimmten Bereichen – Ernährung, Verkehr oder anderer Konsum – etwas weglässt, dann würde sich schon viel verändern.

Familie Maleschka versucht zudem, möglichst vegan zu leben und leistet somit auch im Bereich der Ernährung ihren Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit.

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