Kultur

Der Hagener Horizont-Maler liebte farbige Flächen

Die vor zehn Jahren von Uwe Will gefertige Büste aus Steinguß zeigt den Maler Helwig Pütter.

Die vor zehn Jahren von Uwe Will gefertige Büste aus Steinguß zeigt den Maler Helwig Pütter.

Foto: Michael Kleinrensing

Eilpe.  Wo der Maler Helwig Pütter seine Liebe für Horizonte entdeckte und was es in der Hagenring-Galerie in Hagen-Eilpe zu sehen gibt.

Er hat den Künstlerbund Hagenring­ entscheidend geprägt und viel für ihn getan: Helwig Pütter­, der sich als „Horizont-Maler“ über Hagens Grenzen hinaus einen Namen gemacht hat. Der gebürtige Hagener wäre in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden. Grund für das Team vom Hagenring, am Sonntag, 18. Oktober, zur Gedächtnisausstellung „100 Jahre Helwig Pütter“ einzuladen.

In der Werkschau sind etliche Bilder zu sehen, die aus Familienbesitz stammen.

„Für die Ausstellung in der Wippermann-Passage stellen wir gern einige Arbeiten als Leihgabe zur Verfügung“, unterstreicht Peter Grunwald, Helwig Pütters Schwiegersohn.

Helwig Pütter wurde am 21. September 1920 geboren, nach einer Lehre als Dekorationsmaler besuchte er von 1934 bis ‘37 die Malerschule der Stadt Hagen, die damals in Haspe ansässig war. Hier lernte er August Müller-Lamberty als Lehrer kennen.

„Müller-Lamberty gehörte zu jenen, die 1924 den Hagenring gründeten“, sagt Karl-Josef Steden, Vorsitzender des Künstlerbundes Hagenring und ergänzt: „Helwig Pütter trat dem Hagenring dann auch selbst im Jahre 1949 bei.“

Student der Folkwang-Schule

1937 studierte Pütter an der Folkwang-Schule in Essen, es folgten der 2. Weltkrieg und Kriegsgefangenschaft. Danach war er zunächst wieder als Dekorationsmaler und Innenraumgestalter tätig, bis er sich als freier Maler selbstständig machte.

„Helwig Pütter war auch ein erklärter Theaterfreund und arbeitete zeitweise als Kulissenmaler im Malersaal“, sagt Uwe Will, Ausstellungsleiter im Hagenring.

Ein großer Carl-Baumann-Anhänger

Von 1967 bis ‘73 leitete Pütter mit Carl Baumann und Horst Becking­ den Hagenring. „Durch Carl Baumann kam Pütter überhaupt erst ans Malen. Als 14-Jähriger hat er schon Carl Baumanns Arbeiten im öffentlichen Raum bewundert. Er war ein großer Baumann-Anhänger“, blickt Uwe Will zurück.

1983 eröffnete Helwig Pütter seine eigene Malschule am Emilienplatz, dort in der Nähe wohnte er auch später bis zu seinem Tod im Alter von 84 Jahren.

Etliche Male stellte der Künstler, der über viele Jahre (bis 1998) zweiter Vorsitzender des Hagenring war, im In- und Ausland aus, unter anderem auf den Kanaren.

Apropos Kanaren: Auf der Insel Gran Canaria hatte Helwig Pütter, der bis dato figurativ zeichnete, Ende der 1960er Jahre ein Schlüsselerlebnis. „Als er dort damals aus dem Flugzeug stieg und das Land, den Himmel und das Meer sah, hatte er den Wunsch, den Horizont zu malen“, weiß Karl-Josef Steden zu berichten. Ab diesem Zeitpunkt widmete sich Pütter der abstrakten Malerei und malte Horizonte in unterschiedlicher Ausprägung. Seine farbigen Flächen ohne trennende Härte wurden zu seinem Markenzeichen.

Pastöse Flächen in Acryl

Einige Bilder, die auf Gran Canaria entstanden sind, werden im Hagenring präsentiert. Wie das Werk „Porto Rico“ von 1984; das Motiv ziert auch die Einladung zur Vernissage. „Pütter hat meist in Acryl gearbeitet, um pastöse Flächen entstehen zu lassen“, sagt Uwe Will, der vor zehn Jahren eine Büste aus Steinguss von Helwig Pütter gefertigt hat. Auch diese ist ab Sonntag in der Hagenring-Galerie zu sehen.

„Es ist unsere mittlerweile fünfte Vernissage in Corona-Zeiten“, sagt Karl-Josef Steden.

Wie die Eröffnung am Sonntag aussehen wird? „Die Gäste stehen - natürlich mit Maske - unter dem Vordach der Galerie in der Wippermann-Passage. Meine Eröffnungsrede wird nach draußen übertragen. Im Anschluss finden Führungen in Kleingruppen durch die Ausstellung statt. Wir haben getrennte Ein- und Ausgänge und legen großen Wert auf Sicherheit“.

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