Comedy

Comedian Kaya Yanar sieht sich mit einem Bein im Knast

Spontan besonders gut: Comedian Kaya Yanar in der Hagener Stadthalle.

Foto: Michael Kleinrensing

Spontan besonders gut: Comedian Kaya Yanar in der Hagener Stadthalle.

Hagen.   „Ausrasten! für Anfänger“ heißt das aktuelle Programm von Kaya Yanar. In der Stadthalle Hagen begeistert er 1630 Zuschauer.

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Eine Bühne und ein Mikrofon – viel mehr brauchte der Comedian Kaya Yanar nicht, um die 1630 Zuschauer in der Stadthalle am Sonntagabend mit spitzem Humor zu begeistern. Bekannt wurde er mit der Comedy-Sendung „Was guckst Du?“.

Sein neues Programm „Ausrasten! für Anfänger“ habe er gleich an mehrere Fernsehsender verkauft, die wüssten nur noch nichts davon: „Demnächst sehen im Fernsehen alle dasselbe Gesicht, also so wie im türkischen Staatsfernsehen“, sagt Yanar erschrocken und hält seine Hand vor dem Mund. „Ich muss aufpassen was ich sage“, fährt er schmunzelnd fort, „die Türkei hat gerade einen frei gelassen und jetzt wieder einen Platz im Gefängnis frei.“

Thema Migration aus anderer Perspektive

Sein Programm ist überraschend originell. Anders als viele seiner Kollegen sieht er das Thema Migration aus einer neuen Perspektive, seit er in Zürich lebt. Immer wieder erzählt er von seiner Mutter und seinem Vater, die kaum Deutsch sprechen, und die auf der Suche nach ihren Schlappen fragen: „Wo sind meine Schlampen?“

„Mein Vater ist von der Türkei nach Deutschland emigriert, ich von Deutschland in die Schweiz. Meine Kinder werden später Schwyzerdütsch sprechen, und auch ich werde sie nicht verstehen können.“

Aufregung mit Eleganz und Humor

Kaya rastet gern und immer öfter mal aus. Ausrasten, aber mit Eleganz, Stil und vor allem: Humor. Der gebürtige Frankfurter mit türkischen Wurzeln regt sich ständig über alles auf. Über Popcorn schaufelnde Kinogänger zum Beispiel: „Popcorn gibt es heutzutage in den Kinos aus riesigen Eimern, aus denen Pferde fressen könnten“, empört er sich, „Manchmal wünsch ich mir, dass sich Tom Cruise im Film umdreht und ,Halt die Fresse!’ ruft.“

Er werde überholt von moderner Technik. Zum Beispiel von Smartphones. „Ich habe auf meinem Handy mehr als 300 Apps, dass könnte man beinahe als ,Appidemie’ bezeichnen.“

Ausraster per Facebook

Bei seinen Witzen schlüpft der Comedian mit seiner Stimme in verschiedene Rollen. Vor der Pause bittet der Komiker seine Gäste, ihm über Facebook zu schreiben, was sie in der heutigen Zeit zum Ausrasten bringt. Er nimmt sich Zeit, um auf die Ausraster der Zuschauer einzugehen: Über „die Geisterbaustellen auf den Autobahnen, wo man jegliche Baumaschinen sieht, aber weit und breit keine Bauarbeiter“, beschweren sich einige. Andere ärgert es, dass sie nichts sehen wegen der „dicken Köpfe“ vor ihnen.

Ein weiterer Zuschauer äußert sich: „Mich nerven die Einkaufswagenbumser, die mir ständig beim Anstehen an der Kasse in die Hacken rollen.“ Die spontane Interaktion beherrscht Yanar. Er bringt mit seinen Albernheiten das Publikum zum Lachen.

Seine Hagener Fans waren sichtlich begeistert. „Ich bin positiv überrascht. Er ist live viel authentischer und witziger als in Fernsehshows“, so Valentina Sapere. „Er hat meine Erwartungen übertroffen, da er das Publikum dauerhaft mit in die Show integriert hat“, betont Emily Stern. „Der Bezug auf die aktuellen Themen war sowohl für Jung als auch für Alt ansprechend“, lobt Nicolas Külpmann.

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