Wohngruppen

Caritas in Hagen investiert Millionen in Behinderten-Häuser

Noch im Bau: Das Wohnhaus DonBosco an der  Vogelsanger Straße.

Noch im Bau: Das Wohnhaus DonBosco an der Vogelsanger Straße.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Sämtliche Caritas-Einrichtungen, in denen Behinderte leben, müssen umgebaut werden. Maximal 24 Plätze sollen sie künftig haben. Der Überblick.

Im Bereich der Behindertenhilfe steht der Caritasverband Hagen vor einer der größten Herausforderungen überhaupt. Fast alle Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderung leben und betreut werden, sind oder werden saniert oder sogar neu gebaut. Für den Sozialverband ist das mit Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich verbunden. Die genaue Summe lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Denn noch sind nicht alle Projekte bis zum Ende durchgeplant.

Hintergrund sind Absprachen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. „Demnach“, so sagt Bernadette Rupa, Vorstand des Caritasverbandes Hagen, „werden wir künftig nur noch Einrichtungen mit

maximal 24 Plätzen pro Standort haben. Die Häuser sollen den Charakter von Großeinrichtungen in den Stadtteilen verlieren und sich besser integrieren.“ Hinzu käme, dass die Einzelzimmerquote, die das Wohn- und Teilhabegesetz vorgibt, nicht nur für Seniorenheime, sondern auch für Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe gelte.

„Dass ein gewisser Handlungsbedarf bestand, war uns allein aufgrund des Alters vieler Gebäude klar“, sagt Bernadette Rupa, „aber der Rahmen, der jetzt von außen vorgegeben wird, hat sicherlich zu einer Beschleunigung beigetragen.“ Vor vier Jahren ist somit ein Großprojekt gestartet, das eine Art Rochade mit vielen Umzügen bedeutet und erst mit der Fertigstellung des Neubaus des Teilstandorts St. Barbara enden soll. „Für dieses Vorhaben sind wir noch auf Grundstückssuche.“

Bewohner müssen umziehen

An anderen Standorten ist der Verband mit katholischem Hintergrund allerdings wesentlich weiter. So ist an der Knüwenstraße in Kabel das Wilhelm-Hecking-Haus bezogen, in dem ebenso wie im Neubau des Liborius-Hauses am Unteren Altlohweg auf Emst 24 Menschen mit psychischer Behinderung leben sollen.

Ebenfalls neu gebaut wird das Haus Don Bosco in Westerbauer an der Vogelsanger Straße, in dem bislang 63 Menschen mit geistiger Behinderung gelebt haben – und zwar auf dem Grundstück, auf dem die bisherigen Gebäude dem Erdboden gleichgemacht wurden. Aber: Auch in diesem Neubau werden künftig nur noch 24 Menschen wohnen. Konsequenz: Ein Teil der Bewohner muss umziehen. Und zwar in das Haus St. Clara an der Lützowstraße, in dem die Bewohner schon jetzt während der Bauphase untergebracht sind und in dem ebenfalls saniert und in Teilen neu gebaut wird sowie in den neuen Teilstandort des Hauses St. Barbara, für den – siehe oben – derzeit noch ein passendes Grundstück gesucht wird.

Lediglich für das Haus St. Johannes an der Kirchstraße im Boeler Zentrum bleibt alles so, wie es ist. In der Einrichtung leben schon jetzt 24 Menschen mit geistiger Behinderung.

„All das, was sich in den vergangen Monaten getan hat und noch tun wird, ist eine große Herausforderung für die Mitarbeiter“, sagt Bernadette Rupa, „zumal nicht alle künftig in ihrer gewohnten Umgebung arbeiten werden und es Wechsel geben muss.“

Ausflüge auf Baustellen

Die Bewohner mit geistiger Behinderung verfolgen die Rochade hingegen mit einer freudigen Erwartung. „Wir haben immer wieder Ausflüge zu den Baustellen gemacht, damit sie gucken können, was sich tut“, sagt Bernadette Rupa. Anders stellt sich die Lage bei jenen dar, die von einer psychischen Behinderung betroffen sind. „Für viele dieser Menschen spielt Konstanz eine große Rolle“, so Bernadette Rupa, „sie müssen in neuer Umgebung erst einmal ankommen. Deshalb werden wir auch im Hecking-Haus an der Knüwenstraße erst im Mai die Einweihung feiern, obwohl die Bewohner bereits im August eingezogen sind.“

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