Glaube

Breckerfeld: Warum eine Mutter-Teresa-Statue im Garten steht

Enthüllen gemeinsam eine Statue von Mutter Teresa in Breckerfeld (von links): Bürgermeister André Dahlhaus, Don Lush Gjergji, Biograf von Mutter Teresa, Anton Lleshaj und der katholische Pfarrer Claus Optenhöfel.

Enthüllen gemeinsam eine Statue von Mutter Teresa in Breckerfeld (von links): Bürgermeister André Dahlhaus, Don Lush Gjergji, Biograf von Mutter Teresa, Anton Lleshaj und der katholische Pfarrer Claus Optenhöfel.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Breckerfeld.  Familie Lleshaj aus Breckerfeld hat in ihrem Garten eine Statue von Mutter Teresa aufgestellt. Der Biograf der Heiligen hat sie jetzt enthüllt.

Die Tische sind reich gedeckt. Niemand muss hungern an so einem Festtag. Die Frau aber, die im Mittelpunkt steht, hat in Armut gelebt, weil sie die Armen verstehen wollte. Sie hat sie gepflegt, sie hat sie geheilt, und dafür ist sie 2016 heilig gesprochen worden.

Die reich gedeckten Tische stehen in einer aufgeräumten Garage eines Hauses am Heider Kopf, in dem die albanischstämmige Familie Lleshaj lebt – vier Generationen, alle unter einem Dach. Es ist ein Festtag und die Garage ist zum kleinen Festsaal geworden, weil ein ganz besonderer Mann zu Besuch ist, um im Garten der Familie Lleshaj die Statue einer ganz besonderen Frau zu enthüllen. Don Lush Gjergji vom Generalvikariat in Pristina ist Biograf von Mutter Teresa.

Statuen stehen für die Freiheit und die Liebe

Die Statue steht neben der des albanischen Volkshelden Skanderbeg auf der Terrasse. „Er steht für die Freiheit, sie steht für die Liebe“, sagt Anton Lleshaj. Die Mutter der Mutter Teresa kommt aus demselben Dorf wie die Familie Lleshaj.

Das allein ist aber nicht der Grund dafür, dass er bei einem Steinmetz in Albanien die Statue in Auftrag gegeben hat: „Sie ist für uns ein Vorbild. Und dabei geht es nicht um ihre Herkunft, sondern vor allem um ihr Wirken. Um das, was sie für die Armen dieser Welt getan hat.“

Bildnis hat sich per Facebook verbreitet

In dieser (neuen) Welt bleibt nur wenig geheim. Don Lush Gjergji ist durch einen Facebook-Post auf die Statue in Breckerfeld aufmerksam geworden. Er wollte sie gerne sehen, jetzt ist er in Deutschland zu Besuch, jetzt ist er nach Breckerfeld gekommen und erzählt: von seinen Begegnungen mit Mutter Teresa und davon, wie er ihr Biograf geworden ist. „Irgendjemand musste es ja machen“, sagt er und lächelt.

Am 29. März 1969 hat Don Lush Gjergji Mutter Teresa zum ersten Mal getroffen. „In all den Jahren, in denen sie in Kalkutta gelebt hat, hatte sie keinen Kontakt nach Albanien“, sagt er, „als wir uns bei der Einweihung eines Hauses eher zufällig getroffen und miteinander gesprochen haben, hat sie wohl gemerkt, wie wichtig ihr das eigentlich ist. In all den Jahren mag ich für sie so etwas wie ein Bindeglied zu ihrer Heimat gewesen sein.“

Erstes Buch über Mutter Teresa im Jahr 1980

Es erwächst eine Verbindung, die letztlich dazu führt, dass eine noch weitestgehend analoge Welt mehr über das Leben und das Wirken einer so außergewöhnlichen Frau erfährt. 1980 schreibt Don Lush Gjergji sein erstes Buch „Unsere Mutter Teresa“. „Ich habe sofort gemerkt, welch eine außergewöhnliche Persönlichkeit sie ist“, erzählt Don Lush Gjergji, „ich habe zu Gott gebetet, dass er mir die Kraft gibt, möglichst lange an ihrer Seite zu sein.“

Es ist ihr Wesen, ihre Bescheidenheit, die ihn beeindruckt. „Sie hat zu mir gesprochen wie eine Mutter“, sagt Don Lush Gjergji, „sie hat mir immer wieder die Hand aufgelegt. Sie wollte die Menschen spüren, mit denen sie zu tun hatte. Sie hat immer wieder erklärt, dass man die Armen nur verstehen könne, wenn man selbst in Armut lebe. Und trotz allem, was sie selbst erlebt hat, hat sie sich einen wunderbaren Humor bewahrt.“

Festakt mit Freunden der Familie

Die Tische sind reich gedeckt an diesem Tag, an dem so viele gekommen und in Gedanken bei Mutter Teresa sind: Don Lush Gjergji, viele Mitglieder der Vereinigung albanischer Schriftsteller, Pfarrer Claus Optenhöfel („eine bewegende Stunde“), Bürgermeister André Dahlhaus („ein besonderer Termin) und viele gute Freunde der Familie Lleshaj, die sich in Breckerfeld zu Hause fühlt und doch die Heimat und ihre Helden nicht vergessen hat – Skanderbeg und Mutter Teresa.

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