Nachhaltigkeit

Bislang kaum bekannt: E-Scooter-Pioniere kommen aus Hagen

(Von links) Marcel Maaß, Frederik Michaty, Gerlinde Ronge, Lukas Korona, Thomas Ludwig, Kathrin Stratmann, Dominik Prikorac und Birgit Ludwig – das ist das Team von „Authentic Sports“.

(Von links) Marcel Maaß, Frederik Michaty, Gerlinde Ronge, Lukas Korona, Thomas Ludwig, Kathrin Stratmann, Dominik Prikorac und Birgit Ludwig – das ist das Team von „Authentic Sports“.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Ein Hagener Unternehmen gehört zu den ersten, das einen fertig entwickelten und gesetzeskonformen E-Scooter auf den Markt bringt.

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Es liegen so viele kleine Erfolgsgeschichten in diesem Unternehmen, das der Hagener Öffentlichkeit vermutlich wenig bekannt sein dürfte. Die aktuell elektrisierendste Idee der Firma „Authentic Sports“ aus dem Lennetal ist der Elektroscooter „E-Go 7“ der hauseigenen Marke „Six Degrees“, mit dem das Unternehmen nach dem grünen Licht aus dem Bundesrat jetzt auf den deutschen und den internationalen Markt rollen will. Damit gehört die Firma von Gründer Thomas Ludwig deutschlandweit zu den ersten, die einen solchen Scooter als fertiges Produkt zu Ende entwickelt hat.

Die Idee des Unternehmens

Das Unternehmen „Authentic Sports“ in Hagen gibt es erst seit 2013. Thomas Ludwig gründete es, weil er als Prokurist und Vertriebsleiter eines Freizeit- und Spielartikel-Herstellers aus dem Bergischen Land keine Perspektive mehr für sich und seine Ideen sah. Heute hat er zehn Mitarbeiter, zehn Millionen Euro Jahresumsatz und ist mittlerweile die Nummer zwei auf dem deutschen Freizeitmarkt.

„Wir bedienen die komplette Bandbreite des Handels mit unseren Rollsport-Artikeln“, sagt Ludwig. Skateboards, Roller, Scooter, aber auch Outdoor-Spielgeräte wie Klettertürme. Beliefert werden der Spielwaren, Sport- oder Fahrradhandel. Zusätzlich gibt es ein weiteres Geschäftsmodell: „Dropshipment“, das heißt: Der Händler, in diesem Fall „Authentic Sports“, verkauft über etwa 30 Online-Händler, die Ware lagert bei einem Spediteur, von wo aus direkt an den Endkunden geliefert wird.

„In unserem Fall nutzen wir Tausende Palettenplätze bei Speditionen in Gevelsberg und Düsseldorf.“ Vertrieben werden unter anderem die Marken „Muuwmi“, Globber, Six Degrees oder Plum. Bei wem es nicht direkt klingelt: Diese Produkte hält man in den Händen, wenn man bei Real, Kaufhof, Smyths, bei „Babymarkt.de“ bei „Mytoys“ im Drogeriemarkt Müller oder auch bei Amazon bestellt. Überall steckt also ein Stück Hagen drin.

Das neu entwickelte Produkt

Weil Geschäftsführer Thomas Ludwig und sein Team stark vom Nachhaltigkeitsgedanken beseelt sind und an die Zukunft von elektrischer Fortbewegung glauben, hat sich der Rollsportspezialist vor etwa zwei Jahren ein großes Ziel gesetzt. Nämlich als einer der ersten Anbieter einen gesetzeskonformen und neu entwickelten Elektro-Scooter auf den Markt bringen zu können, der praktikabel und erschwinglich ist. „Ich glaube, das haben wir jetzt geschafft“, sagt Ludwig zunächst etwas zurückhaltend. Und schiebt dann hinterher: „Ich glaube, bei aller Bescheidenheit, dass unsere Zeit jetzt gekommen ist.“

In der Tat: Denn am 17. Mai machte der Bundesrat den Weg für die Elektro-Scooter – etwas vereinfacht gesagt: elektrische Tretroller – frei. E-Scooter werden in Zukunft zum deutschen Straßenbild gehören. Sie sollen vorrangig Radwege benutzen, einschließlich kombinierter Rad- und Gehwege. Und: Wenn kein Radweg existiert, können die E-Scooter auf Straßen fahren. Die offizielle Zulassung durch Verkehrsminister Andreas Scheuer steht allerdings noch aus.

„Als das Mitte Mai klar war, haben wir unseren fertigen Scooter gleich in die Testphase beim TÜV geschickt. Wir hoffen, dass er gegen Ende Juli losrollen kann“, sagt Thomas Ludwig. Das in Hagen entwickelte Modell ist in China produziert worden. Es wird 599 Euro kosten. „Wir sind nicht alleine auf dem Markt, dessen sind wir uns bewusst“, sagt Thomas Ludwig, wohl wissend, dass es Premium-Marken gibt, bei denen Scooter 2000 oder 3000 Euro kosten werden und dass es in großen Metropolen wie Hamburg, Berlin oder München Konkurrenz durch Verleihfirmen geben wird, die den Scooterverleih über diverse Portale anbieten. „Der Fahrradhandel wartet auf unser Produkt“, sagt Ludwig. Genau wie Firmen wie Real, Smyth, Kaufhof und Online-Shops.

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